Auff das Albinische und Kamperische hochzeit-fest.
Ist lieben seuche pest und gifft
Das nattern tödten kan und scorpion entgeistert?
Das gelbe molchen übertrifft?
Ist lieben raserey die die vernunfft bemeistert?
Ein nagend krebs der marck und bein frist aus?
Ein wurm der aus den stauden edler jugend
Nicht nur den kern die wurtzel reißt der tugend?
Ein feuer das in asche staub und grauß
Volckreiche städte leg’t und länder stürtzt in grund
Daß itzo wilde buchen stehen
Und seegel-volle maste gehen
Wo weiland Troja war und vormals Tyrus stund?
So ists! diß würckt der liebe brand.
Durch sie flog Sodoma geschwefelt in die lüffte.
Und Loth der dort entronnen fand
Auff seiner tochter schooß mehr als Gomorrens klüffte.
Ja Samson muß den Rom doch und Athen
Im Hercules zu einen Gotte machte
Als Amphale ihn in ihr netze brachte
Durch Deliden verächtlich untergehn.
Als GOttes hertzens mann kaum Batseben ersieh’t
Und er auch aus der flut entglimmet
Wird Davids harffe so verstimmet
Daß sie für psalmen spielt ein geiles buhler-lied.
Wer macht ihm nun nicht selbst den schluß?
Daß wer den keuschen geist GOtt rein und keusch will ehren
Der liebe götzen abthun muß
Und in der andachts-glut diß göldne kalb zerstören.
Der Weyrauch der in Venus tempel brennt
Reucht GOtt nicht wohl die engel die uns dienen
Entfernen sich wie für dem rauche bienen.
Die opffer die auch Paphas heilig nennt
Sind zu Jerusalem ein stinckend Gottesdienst.
Ja die mit brunst sich unterstehen
In GOttes heiligthum zu gehen
Bekommen fluch zu lohn und straffe zu gewinst.