Auff das Albinische und Kamperische hochzeit-fest.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ist lieben seuche pest und gifft

Das nattern tödten kan und scorpion entgeistert?

Das gelbe molchen übertrifft?

Ist lieben raserey die die vernunfft bemeistert?

Ein nagend krebs der marck und bein frist aus?

Ein wurm der aus den stauden edler jugend

Nicht nur den kern die wurtzel reißt der tugend?

Ein feuer das in asche staub und grauß

Volckreiche städte leg’t und länder stürtzt in grund

Daß itzo wilde buchen stehen

Und seegel-volle maste gehen

Wo weiland Troja war und vormals Tyrus stund?

So ists! diß würckt der liebe brand.

Durch sie flog Sodoma geschwefelt in die lüffte.

Und Loth der dort entronnen fand

Auff seiner tochter schooß mehr als Gomorrens klüffte.

Ja Samson muß den Rom doch und Athen

Im Hercules zu einen Gotte machte

Als Amphale ihn in ihr netze brachte

Durch Deliden verächtlich untergehn.

Als GOttes hertzens mann kaum Batseben ersieh’t

Und er auch aus der flut entglimmet

Wird Davids harffe so verstimmet

Daß sie für psalmen spielt ein geiles buhler-lied.

Wer macht ihm nun nicht selbst den schluß?

Daß wer den keuschen geist GOtt rein und keusch will ehren

Der liebe götzen abthun muß

Und in der andachts-glut diß göldne kalb zerstören.

Der Weyrauch der in Venus tempel brennt

Reucht GOtt nicht wohl die engel die uns dienen

Entfernen sich wie für dem rauche bienen.

Die opffer die auch Paphas heilig nennt

Sind zu Jerusalem ein stinckend Gottesdienst.

Ja die mit brunst sich unterstehen

In GOttes heiligthum zu gehen

Bekommen fluch zu lohn und straffe zu gewinst.