Auff den einzug tit. Herrn Abraham von Stosch in Groß-Tschirnau.
Rom ehre den August mit tausend wunder-bogen
Pariß erhebe sich durch seinen Ludewig;
Wir streiten grosser Stosch mit beyden um den sieg
Nachdem du wiederum in Tschirnau eingezogen.
Denn ihre pracht bestund in marmol und porphir
Hier aber opffern sich die hertzen selber dir.
Ach strahle wie du pflegst auch mit geneigten augen
Diß liebes-volle pfand vor deinen füssen an!
Denn endlich bricht der stein wie mürber porcellan
Aus büchern kan die zeit die dinte wieder saugen
Und wo man vor den ruhm Pompejus ließ erhöh’n
Da sieht man heute nichts als trübes wasser stehn;
Was aber pflicht und treu an ihre brüste drücken
Und selbst die redlichkeit in harte taffeln prägt
Steht feste wenn der sturm Colossen niederlegt
Und Pyramiden sich wie kleine pappeln bücken;
Kein wasser keine zeit reißt ihre schrifften ein
Weil ihre farben blut die dinte liebe seyn.
Schau Herr hier öffnen sich die pforten unsrer seelen
Hier liegt der bürger hertz auff dem dein name steht
Liß selber wie es itzt vor freuden schwanger geht
Weil sich dein sonnen-licht nicht länger will verhölen.
Liß wie die kinder sich so wie die eltern freun
Weil deine gegenwart nun soll beständig seyn.
Liß endlich auch zuletzt was unsre seuffzer bitten
Daß nemlich alles glück dir zu der seiten stehn
Der himmel deinen stam̃ wie cedern mög erhöhn
Und also deine stadt mit honig überschütten;
Denn was ein ieder ihm hier selber wünschen soll
Ist dieses kurtze lied: Es gehe Stoschen wohl!