Auff die hochzeit eines guten freundes. An die tantzende braut und das übrige ho...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Tantzt! güldne Nymphen tantzt! hat alles seine zeit

So ist nun tantzens-zeit da sich die sterne neigen

Und zur gewünschten nacht euch nichts denn fröligkeit

Bey dieser hochzeit-lust aus offnem himmel zeigen.

Jhr sonnen die ihr steht wenn mond und sonne fällt

Und noch die strahlen zeigt wenn alles licht verschwindet.

Zerschmeltzet itzt den schnee der annoch freyen welt

Die sich schon halb gerührt in euren strrcken findet.

Bewaffnet eur gesicht mit stiller freundligkeit

Laßt die verdeckte glut durch mund und augen spielen

Und ieden der sich euch zu widersetzen dräut

Den süssen wunder-brandt in blut und adern fühlen.

Tantzt! tantzt! Jhr Gratien laßt eurer glieder pracht

Und den geschickten leib biß zur verwundrung schauen?

Ach! aber gebt zugleich auf eure freyheit acht;

Dem guten Wetter darff man nicht zu sicher trauen.

Jhr tantzet nicht allein; Cupido sieht euch zu

Und Venus selber ist in euren reihen kommen:

Sie hat wol ehermals den Nymphen ihre ruh

Cupido aber gar die hertzen mit genommen.

Jetzt wirfft er angeln aus. Hier legt er netz und strick;

Dort aber sucht er euch verschmitzt ins garn zu bringen.

Es ist um euch gethan wofern ihm dieser tück

Und solch ein meister-streich nach wunsche wird gelingen.

Was aber sorgt ihr viel? ach! schönste gebt euch doch!

Jhr seyd die ersten nicht die diese regung kennen;

Die braut zieht selber mit am süssen liebes-joch

Der zur ergetzung heut die hochzeit-fackeln brennen;

Die flamme keuscher brunst die ihre seele rührt

Wird sie ihr werdt es sehn noch diesen abend büssen;

Jhr und nicht sie allein werd itzt mit auffgeführt

Sie tantzet nur voran ihr werdet folgen müssen.

Mich deucht ich spür auch schon daß Venus endlich siegt

Und daß ihr kleiner sohn nicht alle macht verlohren.

Seht! seht! wie eiffrig man sich zur Melinden fügt;

Wie hier wird lieb und gunst dort treu und huld geschworen.

Wie man die Dorilis um ihre neigung bitt

Und bey Auroren sich läst keine müh verdriessen;

Wie man dort Sylvien verfolgt auff ieden schritt

Und ietzt die hände drückt ietzt sucht den mund zu küssen.

Die glut bemeistert schon der augen süsses licht

Die funcken äussern sich die in der seelen stecken.

Orante thut verliebt sie lacht und scheut sich nicht

Den gantz geheimen brand durch blicke zu entdecken.

Mirtille steht beschämt sieht bald auff mich und dich

Und läst manch schlipffrig wort sich in die ohren sagen:

Climene giebt sich gar; nur Phillis weigert sich

Die will ihr hertze gantz mit sich nach hause tragen.