Auff die jungfer K***. C. E.
Cupido warff im zorn die fackel aus der hand
Und sprach: was nützt mir mehr dein wunder-voller brand
Da sich die hertzen itzt in harten stein verkehren
Und deine funcken nichts denn schnee und eyß gebähren?
Denn feuer das wol eh den himmel angesteckt
Und drauff die unter-welt durch seinen blitz erschreckt
Weiß mehr von keiner glut und seine kräffte schwinden
Die stahl und eisen sonst wie dünnes rohr entzünden.
Verkehrt ihr flammen auch in nebel dampff und nacht
Und bleibt durch diesen fluch bey aller welt veracht!
So rieff er noch zuletzt zu den verloschnen bränden
Und wolte sich hiermit nach seinem bogen wenden;
Ach aber! weil er blind und gar zu sicher war
So hat’ inzwischen ihm die lose Nymphen-schaar
Den scharff-gespitzten pfeil und auffgespannten bogen
Durch gantz geschwinde list entrückt und weggezogen.
Cupido ward so bald des diebstahls nicht gewahr
Als er sehr kläglich that; bald räufft er sich ins haar
Bald schlug er an die brust dann fing er an zu weinen
Daß erd und himmel selbst empfindlich musten scheinen.
Wiewohl diß alles war den Nymphen nur ein spott
Sie höhnten noch dazu den kleinen liebes-gott
Der weil ihm sein gewehr so räubrisch war genommen
Jtzt ohne bogen nicht dorfft in den himmel kommen.
Er riß den flor hinweg lieff einsam hin und her
Und klagte den verlust als er von ohngefehr
Die art’ge K*** beym nahmen hörte nennen
Und drauff begierig ward sie in person zu kennen.
Jhr nahme sprach er flöst mir wieder hoffnung ein
Ich werde mehr durch sie als iemals glücklich seyn:
Und ob schon gram und leid mir itzt die flügel binden;
Doch wieder süssen trost in ihrem umbgang finden.
Wer kennt den zunder nicht und die verdeckte glut
Und was ein kühnstock sonst vor seltne wunder thut?
Gewiß! hier findet man die nahrung süsser flammen
Die selbst der himmel nicht kan richten noch verdammen.
So sprach er gantz erfreut als eben drauff geschah
Daß er die K*** urplötzlich vor sich sah
Er sah den klugen mund die augen brust und wangen
Ach! dacht er bey sich selbst: was hertzen werd’ ich fangen
Hier seh ich schon den sieg der durch verstellte list
Der welt die freyheit raubt und mir bereitet ist;
Man soll so kalt man ist mehr als zu viel erkennen
Daß ihre blicke mehr als meine fackeln brennen.
Diß war sein letztes wort worauff er gleich zur hand
Sich mit der K*** durch eyd und pflicht verband
Die itzt wohin sie nur die süssen augen wendet
Verwirrung feur und glut durch tausend hertzen sendet.