Auff die schwartzen augen derMarilis.
Was ist das schwartze doch mein kind
Das sich in deinen augen findt?
Sag ob ich irre wann mich düncket
Daß dir das ferne Morenland
So schwartze farben zugesandt
Mit welchen du dein aug geschmincket.
Der schönen augen schwartze pracht
Entwirfft das bild der mitternacht
Die solch unsichtbar eisen nehret;
Zu dem sich stetig der magnet
Verliebter welt und seelen dreht
Und gleichsam wie gezwungen kehret.
Wie aber wird mir umb das hertz?
Bey diesen augen ist kein schertz
Ich sehe dunckle wolcken blitzen
Ich sehe sonnen in der nacht
Und spüre daß mit aller macht
Auch ausgelöschte kohlen hitzen.
O schwartzes aug so alles brennt!
O nacht die selbst die sonne blendt!
O finsterniß bey stetem lichte!
O licht bey dicker finsterniß!
Wo bleib ich meine Marilis
Forthin vor deinem angesichte?