Auff die schwartzen augen derMarilis.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Was ist das schwartze doch mein kind

Das sich in deinen augen findt?

Sag ob ich irre wann mich düncket

Daß dir das ferne Morenland

So schwartze farben zugesandt

Mit welchen du dein aug geschmincket.

Der schönen augen schwartze pracht

Entwirfft das bild der mitternacht

Die solch unsichtbar eisen nehret;

Zu dem sich stetig der magnet

Verliebter welt und seelen dreht

Und gleichsam wie gezwungen kehret.

Wie aber wird mir umb das hertz?

Bey diesen augen ist kein schertz

Ich sehe dunckle wolcken blitzen

Ich sehe sonnen in der nacht

Und spüre daß mit aller macht

Auch ausgelöschte kohlen hitzen.

O schwartzes aug so alles brennt!

O nacht die selbst die sonne blendt!

O finsterniß bey stetem lichte!

O licht bey dicker finsterniß!

Wo bleib ich meine Marilis

Forthin vor deinem angesichte?