Auff einen beym spiel bekommenen kuß an ihre lippen.
Lebt wohl! der himmel will ihr lippen daß ich scheide!
Ihr habt durch einen kuß das hertze mir entführt
In meinen wangen wird kein leben mehr gespürt
Mein mund steht gantz erblaßt und weisser noch als kreide
Die augen brechen mir sie kennen keine freude
Weil nichts als finsterniß in ihnen sich gebiehrt;
Die seele wird durch angst und bleiche pein gerührt
Und zeigt daß ich den tod in allen gliedern leide.
Sie stirbet sie vergeht auff eures mundes pracht
Sie liegt in letzter noth sie rufft schon: Gute nacht!
Hilff Venus wo du kanst doch ihre wahlstatt ehren
Laß um ihr süsses grab stets frische rosen blühn.
Ach aber Solime! laß sie doch nicht zu kühn
Durch einen fremden kuß in ihrer liebe stöhren.