Auff eines Goldschmiedes hochzeit:

By Johannes Plavius

In dieser göldnen zeit da alles fast zu golde

Vnd silber werden wil hat sich aus lieb vnd holde

Der arge Venus-sohn die er zu könsten trägt

Auff 's goldarbeiten erst mit grosser lust gelegt

Vnd arbeit't früh' vnd spat. Sein amboß ist ein hertze

Das sehr verhärtet ist der hammer; seine kertze

Der er sich sonst gebraucht sein ess' ist die welt

Der blasbalg alles das was junger welt gefällt.

Sein fewer ist die lieb' vnd lüste seyn die kohlen

Die dieser kleine schalck dem Mulciber gestolen

Die zang' ist lieblichkeit die feile liebes pein

Sein stempel ist bestandt. Das mag ein goldschmid seyn!

Er selber ist der printz der Hymen; sein geselle

Sein lehrjung'; Empyrus der dis vnd das bestelle

Das da er was aus macht ist göldener als gold.

Drumb ist auch seiner konst ein jeder gut vnd hold.

Kein könstler (wer er sey) kan jhm das wasser reichen

Der arbeit die er macht ist nichtes zu vergleichen

Was konst genennet wird. Sein arbeit schläfft vnnd wacht

Sein arbeit isst vnd trinckt sein arbeit weint vnd lacht

Sein arbeit lernet gehn sein arbeit schertzt vnd spielet

Sein arbeit siht vnd höhrt sein arbeit greifft vnd fühlet

Sein arbeit nimmet zu vnd ist sie gleich volbracht.

Wo ist ein solcher printz der solch' ein' arbeit macht?

Ob nun der bräutigam in Amors macht vnd lehre

Gewesen weiss ich nicht doch muthmass' ich es sehre.

Wer weiss dieweil er nit vergebens goldschmid heisst

Ob er noch nicht dis jahr sich seiner konst erweisst.

Weil er denn alles hat was ihm hier zu von nöthen

Vnd was er selbst begeert zum schmelzen vnd zum löthen

So wünsch' ich jhm dazu ein stetes liebe-fewr.

Welchs köstlicher als gold; vnd tewrer ist als tewr.