Auff ihre hände.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

So offt ich euch beschau ihr angenehmen hände

So offinahls fühl ich auch im hertzen neue brände

Und saug ich weiß nicht was für süsse funcken ein.

Wie geht es aber zu? Ihr seyd von elffenbeine

Die finger gleichen schnee und reinem marmolsteine

Daß euer schnee zugleich kan glut und flammen speyn.

Jedoch was frag ich erst? Ich hab es ja empfunden

Das feuer brennet noch in meinen tieffen wunden;

Wiewohl ich klag allhier euch meine wunden nicht.

Ihr habet recht gethan ich will es also haben

Eur schnee der mich entzündt kan mich auch wieder laben

Und giebt mir sterb ich schon auch noch im tode licht.

Durch euch allein kan ich die gantze welt besiegen;

Dann kan sich manche gleich an ihrer brust vergnügen

Hat Doris ihr gesicht mit kreid und kalck gebleicht

Und Phillis einen mund den Venus selbst gepriesen

So bin und bleib ich doch im hertzen überwiesen

Daß keine Sylvien an ihren händen gleicht.