Auff ihre thränen

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Written 1647-01-01 - 1647-01-01

Die thränen stehen dir wie perlen im gesichte

Und fliessen wie crystall durch wangen mund und brust

Dein seuffzen halte ich nicht mehr vor ein gedichte

Was deine seele kränckt ist meiner wol bewust.

Und hat mir gleich die angst den treuen mund geschlossen

Den augen und der hand den zügel angelegt

So schwer ich daß ich mehr der thränen ausgegossen

Als unser Oder-strom der klaren tropffen trägt..

Kan beyder thränen-fluth allhier zusammen rinnen

Komt beyder seuffzer wind verbunden in die lufft

So wird die Venus selbst ihr schiffen hier beginnen

Weil sie bey reiner flut auch reiner wind berufft.