Auff ihren mund.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Ihr rosen Indiens weicht meiner liebsten munde

Ihr balsam-blumen rühmt mir euren honig nicht

Eur glantz und eur geschmack vergeht in einer stunde

Ihr mund wird aber stets von neuem angericht.

Je mehr ich rosen schau ie schönre seh ich blühen;

Je mehr ich ihn geküßt ie süsser schmeckt der safft

Sein purpur kan mein blut zwar aus den adern ziehen;

Ich aber gab ihm nur durch meine geister krafft:

Ach daß er Sylvia doch eher nicht verdürbe

Als biß ich küssens satt auff seinen lippen stürbe!