Auff seine hohe Excellentz Den Herrn Graf von Güldenlew königlichen statthalter ...
Paris hat dazumahl wohl unser stern regiert
Als seine ritter-schul die von den vater-strahlen
Des grossen Richelieu noch ihre würde führt
Dem klugen Cardinal ließ einen garten mahlen
Auff dem die sonne war mit dieser schrifft zusehn:
Wenn du mich nur bestrahlst so bin ich allen schön.
Denn dieses eben ist das bildniß unsrer jugend
Die grosser Güldenlew dich voller lust empfängt.
Der garten ist ihr hertz die sonne deine tugend
Nach der sie wie ein blat sich nach dem winde lenckt;
Und billig: weilen GOtt das grosse licht der erden
Dich unser könig hieß zu unsrer sonne werden.
Was dort Armandus war bist du in Dennemarck
Er ist des fürsten arm du seine krafft gewesen.
Dich überzeugt die that und jenen noch der sarg
Daß man von beyder geist wird gleiche schrifften lesen:
Wo anders dieses nur nicht eine scheidung macht
Daß er mehr böses hat und du mehr guts erdacht.
Versichert die natur hat alle kunst vollzogen
Als ihre krafft in dir die fancken ausgestreut:
Denn weder Phöbus glut am blauen himmels-bogen
Noch auch das sonnen-licht der staats-erfahrenheit
Könt uns auff dieser welt ein grösser feuer zeigen
Als da sie beyderseits biß in den Löwen steigen.
Ach so bestrahle denn wie du vorhin gethan
Bey deiner wiederkunfft die blumen deiner knechte!
Gott aber der sich nicht vom lichte scheiden kan
Der wache ferner auch für dein erlaucht geschlechte
Und lasse dein gelück so wie der sonnen-schein
In seinem lauffe gleich im wesen ewig seyn!
Diß saget unser hertz was aber nicht der Norden
Wo sich dein hoher ruhm auff allen lippen zeigt?
Weil ihm der feinde blut durch dich zu rosen worden
Und süsse frucht gebührt. Doch meine feder schweigt.
Denn helden muß man nichts von schul-gemeinen dingen
Und einem gülden lew nur güldne reime bringen.