Auff seine hohe Excellentz Den Herrn Graf von Güldenlew königlichen statthalter ...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Paris hat dazumahl wohl unser stern regiert

Als seine ritter-schul die von den vater-strahlen

Des grossen Richelieu noch ihre würde führt

Dem klugen Cardinal ließ einen garten mahlen

Auff dem die sonne war mit dieser schrifft zusehn:

Wenn du mich nur bestrahlst so bin ich allen schön.

Denn dieses eben ist das bildniß unsrer jugend

Die grosser Güldenlew dich voller lust empfängt.

Der garten ist ihr hertz die sonne deine tugend

Nach der sie wie ein blat sich nach dem winde lenckt;

Und billig: weilen GOtt das grosse licht der erden

Dich unser könig hieß zu unsrer sonne werden.

Was dort Armandus war bist du in Dennemarck

Er ist des fürsten arm du seine krafft gewesen.

Dich überzeugt die that und jenen noch der sarg

Daß man von beyder geist wird gleiche schrifften lesen:

Wo anders dieses nur nicht eine scheidung macht

Daß er mehr böses hat und du mehr guts erdacht.

Versichert die natur hat alle kunst vollzogen

Als ihre krafft in dir die fancken ausgestreut:

Denn weder Phöbus glut am blauen himmels-bogen

Noch auch das sonnen-licht der staats-erfahrenheit

Könt uns auff dieser welt ein grösser feuer zeigen

Als da sie beyderseits biß in den Löwen steigen.

Ach so bestrahle denn wie du vorhin gethan

Bey deiner wiederkunfft die blumen deiner knechte!

Gott aber der sich nicht vom lichte scheiden kan

Der wache ferner auch für dein erlaucht geschlechte

Und lasse dein gelück so wie der sonnen-schein

In seinem lauffe gleich im wesen ewig seyn!

Diß saget unser hertz was aber nicht der Norden

Wo sich dein hoher ruhm auff allen lippen zeigt?

Weil ihm der feinde blut durch dich zu rosen worden

Und süsse frucht gebührt. Doch meine feder schweigt.

Denn helden muß man nichts von schul-gemeinen dingen

Und einem gülden lew nur güldne reime bringen.