Aus dem Scaliger.
Jhr Honig-Macherinnen
Und Blumen Samlerinnen
Und Thau Einleserinnen
Die ihr euch last gelüsten
Von Hyblens süssen Brüsten
Das Balsam-Kraut zu rauben
Die ihr
Und gelbe Saffran Gaben
Jm Frühling denckt zu haben
Sucht ihr denn bunte Rosen
Violen und Zeitlosen?
Es lachet euch zum Ruhme
Die Lilg’ und Ringelblume
Und andre Lentzen Bilder
Die Venus im Gefilder
in einem Kreiß geschlossen
Und fruchtbar hat begossen
Was wolt ihr lange summen
Und in Einöden brummen?
Es möcht euch zarte Kleinen
Ein rauher Blick bescheinen
Und
In Wüsteneyen blasen.
Seht ihr das weisse Pflaster
Des Halses Alabaster
Die Gläser-reine Hügel;
Hier stellet eur Geflügel.
Schaut an der Rose Schimmer
Wie sie besafftet immer
In hellen Flammen gläntzet
und doppelt schön bekräntzet.
Die funckelnden Corallen
Der schwesterlichen Ballen
Und Purpur-rothen Klippen
Der süß-geschwollnen Lippen.
Hier sauget raubt und klaubet.
Sonst wer den Honig raubet
Und diesen Fluß will lecken
den wird ein Gifft anstecken.
Ein Gifft das mich verführet
Das mir den Tod gebieret
Da ich noch nichts gespüret
Und auch noch nichts berühret.
Wie wird es dem ergehen
Der sich will unterstehen
Zu küssen ihre Höhen?