Aus Germaniens Klagelied

By August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Written 1819-01-01 - 1819-01-01

Was soll ich armes Reich, was soll ich endlich machen,

Nun mir genommen ist mein Freuen, Lust und Lachen?

Kaum bin ich mehr bei Sinnen

In dieser langen Noth.

Was soll ich doch beginnen?

Nur wünsch' ich mir den Tod.

Die Kinder so ich selbst erzeuget sind die Schlangen,

Die ihre Mutter, mich, zu würgen unterfangen;

Die haben mich zerbissen,

Daß fast mein ganzer Leib

In Stücklein ist zerrissen:

O weh, ich armes Weib!

Ach Lieb' und Treu ist hin, die Gottesfurcht erkaltet;

Der Glaub' ist abgethan, Beständigkeit veraltet.

Das deutsche Blut bedünget

So manches schöne Land;

Mein eignes Volk bezwinget

Sich selbst mit eigner Hand.