Auß dem Lateinischen ins Deutzsche versetzt von Johanne Clajo ...

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Die kalte Winternacht Die hatte nun vmb hült

Den müden Erden-Kreiß; Das Stadt Volck war gestilt

Das Dorff lag in der Ruh Der Pusch der war zu bette

Die Fische vnd jhr Meer die schlieffen in die Wette.

Hirt Joas aber nicht der munter Schäffer Knecht

Elissar Ephraim von Isai Geschlecht

Die liegen ohne Schlaff auff der bereifften Heyde

Das fromme wollen Vieh ghet an der frischen Weide.

Wo Bethlehem sich zeigt; Ihr hoffen ist gericht

Auff Fraw Matuten Glantz vnd Rosen Angesicht.

In dessen sehen sie gemach nach Osten Reisen

Den Bär den liechten Bär; Die Himmels-Fackeln weisen

Der Morgen sey nicht weit; Die Tunckel braune Nacht

Verschwind; Die Finsternüß entdeckt des Himmels Pracht.

Das Heitre Götterhauß Die Goldgestirnten Bogen

Die thun sich sperweit auff; Bald kömpt herab geflogen

Ein Cherubinen Printz; Die blasse Phœbe weicht

Die Sternen schämen sich vnd Lucifer erbleicht.

Der Jüngling schwinget sich in vieler Stralen Flammen

Die Lämmer stehn bestürtzt Die Hirten ghen zusammen

Der gläntzend Himmels-Fürst eröffnet seinen Mund

Vnd machet Gottes Raht den Armen Hirten kundt:

Ihr Knaben fürcht euch nicht; Ich bring euch grosse frewde

Vom Himmel außgeschickt: Da wo das Dorffgebäwde

Das Trächtig Bethlehem steigt an der Wolcken Zelt

Schläfft in der Kiesel Grufft das ewig Heil der Welt.

Das Heil das vor der Welt Zum Heil der Welt erkohren

Hat heute Gottes Braut Der gantzen Welt Gebohren.

Der lieget auff dem Hew mit Schilffe zugedeckt

Der über Hirdt vnd Herd die Wolcken außgestreckt.

Nun geht ihr Hirten geht es wil der Menschen Hüter

Von euch gesehen seyn; Dem Hirten reicher Güter

Beliebet Schäffer Lob; Nun lieben Hirten geht.

So sagt er: Also bald; Die Weynacht frewd ensteht.

Es flammet vmb vnd vmb der Liecht bemahlte Himmel

Die Hocherfrewte Lufft erthönet vom getümmel

Des gantzen Himmel Chors; die Engels Reuterey

Fleugt in der Lufft herumb vnd machet sich herbey.

Sie gehen frölich fort wo sie der Weg hinträget

Da finden sie das Kind auff Hew vnd Stroh geleget

Des grossen Gottes Kind; Die Himmels Wöchnerin

Die Mutter worden ist Vnd bleibet wie vorhin.

Es schimmern vmb jhr her Die fewer Cherubinnen

Viel tausend tausend Paar der Sänger Seraphinnen

Belageren den Stal; der starcken Helden Heer

Steh auff der Post vnd wacht; Der Himmel bleibet leer.

Sie fallen auff die Knie vnd bringen Hirten gaben

Hirt Joas aber wil allein den vortzug haben.

Joas der Schäffer Printz der Wälder Zier vnd Kron

Setzt seine Flöten an Vnd Spielet diesen Thon:

Wie süsse ist der Saat ein angenehmer Regen

Wie süsse ist der Schlaff den Müden vnterwegen

Wie süsse ist der Taw dem Honig Vögelein

Wie süsse ist der Quel im heissen Sonnen schein

Du du du süsses Kind des süssen Himmels Segen

Bist süsser als der Quel vnd Schlaff vnd Taw vnd Regen.

Wie schön vmbschattet doch den Wasser reichen Fluß

Ein dick belaubter Baum Der jmmer grünen muß

Wie schön erröthen doch die Aepffel auff den Aesten

Du du du schönes Kind bist schöner als die besten.

Wann nun der Röthin zier das Sternen dach entdeckt

Vnd Phœbus güldnes Gold die schläffer Welt erweckt

So lächlen oben her die Liechten Himmels Säle

Es Röseln lieblich hin die Wasser durch die Thäle.

Bald fält der Silber Taw das milde Himmel naß

Erfrischet Berg vnd Thal beperlet Laub vnd Graß.

So kömpsts du zu vns her O Menschen Gott gegangen

Die äcker oder lust! Mit vollen ähren prangen

Wenn sie der West-Wind schwenckt; Der Gärten schönstes gut

Die Aepffel vnd das Obst sind Röhter noch als Blut.

Der Götter Nectar reucht Wenn sich die Flüß ergiessen

Mit lieblichen Gereusch; Die Honig-Bäche fliessen

Mit Amber angefeucht; Des Balsams Fettigkeit

Dringt durch die Rinden auß; O der gewüntzschten zeit!

Nun weidet ewer Vieh jhr Schäffer Pursche weidet

Das Vieh das liebe Vieh; Die Trifft ist vnbeneidet.

Wir treiben vngepfändt die Lämmer auß vnd ein

Feld-Kümmel Gelber Klee sol forthin Futter sein.

List hinderlist betrug ist vber Meer gezogen

Mord Raub vnd Dieberey ist auß der Welt geflogen

Der Rost frist Spieß vnd Schwerd der Krieg ist abgethan.

Joas Gott ehre mir nun ein Schäfferman!

Die reine Gottesfurcht ist wieder eingekehret

Vnd Friede der nun vns vnd vnsre Herde nehret

Man Reiset sicherlich zu Wasser vnd zu Land

Die Nahrung gehet fort wie vor von Hand zu Hand.

Man häget Lobetäntz die Seiten lieblich klingen

Man sieht das Dörffer Volck am Reyen frölich Springen.

O Der gewüntzschten zeit! Die Löwen werden Zahm

Der Wolff der Lämmer feind der vor zur Herde kam

Als höchst gefürchter Dieb; drewt nicht mehr niederlagen.

Es hat die Alte Welt von lauter Güldnen Tagen

Ehmals viel her geschwatzt; jetzt ist die Güldne zeit

Die Matten Grünen schön die Hürden sind erfrewt.

Nun Weidet ewer Vieh jhr Schäfferpursche Weidet

Das Vieh das liebe Vieh die Trifft ist vnbeneidet.

Als ich diß angehört was Joas Musicirt

War ich gleich eben auch zum Wäldern aus spatzirt

Ich jrre hin vnd her wie ich denn offtmals pflege

Vnd bey mir Gottes Bund vnd Prophezey erwege

An diesen heiligen Ort; wo Jesse grosser Sohn

Vor seinem Schäfferstab den Zepter vnd die Kron

Beim Schaffen vberkam; Vnd was er hat gesungen

Vnd andre neben jhm durch Gottes Geist gezwungen

In jhrem Geist entzünd; die newe Melodey

Von dem der ein Monarch der ewigkeiten sey

Kam mir befrembdet vor; der Friede würde hägen

Vnd Mars der Lands Knecht Gott den Degen nieder legen.

Du warst es schönes Kind Das alte Testament

Ist gäntzlich abgeschafft hier ist der Seher end.

Auch das Gesetze selbst lest seinen Donner fahren

Vnd des zwiefachen Steins (worein gegraben waren

Die Wort die Donner Wort) Geblitze wird verlacht

Ihr Tempel Solyme Ade zu guter Nacht

Das hohe Heyligthumb vnd was sonst war verstecket

Ist numehr Japhets Volck vnd aller Welt entdecket.

O Grosses Götter Kind welch Lustwald träget wol

Ein solches Lorber-Laub das dich bekrönen sol?

Fraw Flora sage an wo deine Sternlein gläntzen

Damit ich heute kan mein Jesulein becräntzen

Steig ich auff Libanons des Wolcken dringers Wald

Da wo sein Ceder-Pusch wird nimmer vngestalt?

Auch Jordans Strom der doch mit gläsernen gewässer

Die Palmen Wälder tränckt rings vmb die reinen Flösser

Trägt solchen Zierraht nicht; In fall du jtzt gleich kalt

Den Völckern vnbekand zum Thieren eingestalt

Das Thewre Helffenbein der Edlen Steine blincken

Wird hier vmbsonst gesucht; Doch folget deinen wincken

Das grosse Menschen Hauß; Das helle Sternen Feld

Singt dich vnd alles was der Himmel in sich helt.

Der tolle Cerberus die schaar der Schlangen Würmer

Erzitteren für dir; für dir du Hellen stürmer

Bebt das beschwartzte Reich: Auff Styx vnd Acheron!

Vmbsonst jhr Furien vmbsonst O Phlegethon.

Kom kleines Kind ich wil mit Blättern dich vmb Lauben

Nim in genaden an diß Ephew diese Trauben

Wenn du nun grösser wirst vnd deines Vaters macht

Durch dich vnd Deine Hand der Welt wird kund gemacht

Sol es was grössers sein; n wenn ich nun werd erfahren

Das du verjagen wirst der Kranckheit blasse Schaaren

Wenn nun auff dein geheiß der winde prausen steht

Vnd der erhitzte Schaum der grimmen See zergeht.

Wenn nun der Leichnam wird verscharret in die Hölen

Sich wieder wäsentlich vermählen mit der Seelen

Der der der Mutterschoß bereit war zu gedacht

Würd wider auffgeweckt vnd an das Liecht gebracht

Denn wird die Schäffer Pursch dir hundert Altar bawen

Vnd hundert noch darzu in Gründen vnd in Auwen

Die Lautre Lämmer Milch die süsse Götter kost

Wird fliessen ab vnd zu für dir nach Hertzens lust.

Man wird mit Lorbeer Laub vnd fetten Oelbäwm. Aesten

Die Brunnen vberziehn dann eylet zu den Festen

Das alber Bawer Volck nach Dörffer art geziert

Der Prangt mit Lilien der die Cypressen fürht.

Der frisch begrünte Plan der jauchtzet mit den Reyen

Das süsse Hirten Liedt das frewden volle schreyen

Rufft Eccho hinden nach; O Eccho Wälder Kind

Du trägst es Himmel an wo die Gestirne sind.

Es wird auch dieses Fest den gantzen Kreiß der Erden

Bekand sein vnd von Jahr zu Jahr gefeyret werden.

Da wo der grosse Bär sein schnegefilde neigt

Vnd neben jhm der Krebs die kalten Arme zeigt:

Fraw Fama wird den Tag auff jhren liechten Wagen

Biß in das Schlaffgemach der Rothen Sonnen tragen

Vom hellen Morgen an; Vnd wo der Süd sich regt

Der mit der heissen Glut der Gärten blüte schlägt.

So lange als sich wird das Lufftgefieder schwingen

In vngegründter Bahn vnd seinem Schöpffer singen

Das gelblich reiffe Korn in Reichen ähren stehn

Das kalte Schuppenheer die grimme See durch ghen

Das Wild der Püsche zucht in grünen Wäldern bleiben

So lange wird man dich dein Lob vnd Ruhm beschreiben.

O Kind sang Joas noch du grosser Gottes Sohn

Nim hin den liebes Kuß vnd meinen Hirten thon.

So sang er biß diß rund begunte zuerröthen

Der Himmel ward gestilt auch Joas Haber Flöten.