Auß dem Niderländischen Dan. Heinsij.
By Martin Opitz
Die Schiffer so vffs Meer die schwebendt Heuser bawen
Vnd jhren künen Leib den blossen Winden trawen
Sein kommen an das Land von aller Noth befreyt
So fahren sie zu Port in Lust vnd Fröligkeit.
Daß wo wir sind eh wir zusammen vns gesellen
Ist eine wüste See: Die sorgen sind die Wellen
Die Lieb ist vnser Wind die Klippen vnd die Stein
Ist da wir allermeist darauff beflissen sein
Die Klippen sein gestellt in vnsers Lebens mitten
Da wirdt man allerseits vom wilden Meer bestritten
Dann kompt der Westwind an gar lieblich sanfft vnd still
Der kan vns in verderb einführen wie er will.
Die Sternen die wir sehn das sind der Augen Strahlen
Die vns von rechtem lauff verführn zu vielen mahlen
Dann treugt vns der Compas dann treuget vns die Lufft
Daß wir in grosse Noth gerathen vnverhofft.
Das Ruder ist Verstandt der Ancker Witz der Jugendt
Die Segel Höffligkeit das Schifferseil die Tugendt
Dann der geringste theil bringt mit glückhaffter Hand
Sein vnbewegtes Schiff ohn anstoß an das Land.
Vnd vnser Breutigam kompt von des Schiffes Sande
Durch Wellen Wind vnd Stein vnd durch die See zu Lande
Zu Lande kompt er an befreyt von aller Noth
Von Schiffbruch vnd Gefahr von Furchte für dem Todt.
Das ist der letzte Wunsch: Ihr habt das Land nun innen
Da euch der Ostwind nicht mehr wirdt verwerffen künnen.
Herr Breutigam werfft auß den Ancker in das Tieff
Vnd für der Vngestümm versichert ewer Schiff
Wir sind noch in dem Meer darauff wir folgen sollen
Wo vns der wilde Wind vnd Wellen haben wollen
Adieu vnd wann jhr dann in Lust vnd freuden steht
Gedenckt auch wie es vns mit vnsern Schiffen geht.