Auszgiessung Gottes desz heiligen GeistesFußnoten

By Johann Klaj

Written 1636-01-01 - 1636-01-01

Komm Nordwind komm du Sud steh auf

Nim durch den Garten deinen Lauf

Laß seine Wurtzeln wol durchnässen

Der angeneme Himmelswest

Sich in der Hitze hören läst

Wir wollen seiner nicht vergessen.

Als der rohten Sonnen Wagen durchgebrochen durch die Nacht

Vnd der grosse Tag der Pfingsten war der lieben Schaar gebracht

Lässet sich mit Sausen hören eines grossen Sturmes Brauß

Salem zittert es erschüttert üm und an der Jünger Hauß

Das bekante Zimmer gläntzet Flammen blitzen Feuer hitzt

Feuer wärmet ihre Hertzen Feuer auf der Zungen sitzt

Petrus dem die lose Magd zum Verbrechen hat bethört

Von dem Himmel angefrischet in sehr frembden Sprachen lehrt.

Der den Meister hat verläugnet der mehr als verzagte Held

Pralet als wenn er gewesen in der gantzen weiten Welt

Salem hört bestürtzet reden aller Länder Sprachen hier

Mein? was sagen diese Fischer lieber steht! was hören wir

Was für grosse Gottesthaten kommen doch für unser Ohr

Die der Parther wol verstehet und der schwartzgebrante Mohr

Die wir durstig trinken müssen der Hirkaner blaues Meer

Vnd die wir zum Feste kommen von dem lauen Tigris Heer

Die wir Libien bewohnen bauen den erhitzten Sand

Die Cyrene hat geschikket das berümte Pferdeland.

Dieses Werk verwirt die Völker nimmet ihre Hertzen ein

Viel sind die es gar verlachen legen es auf guten Wein

Diese haben sich bezechet sagen sie im süssen Must

Darüm schwatzen sie so kühne darüm sind sie bey der Lust.

Der auß nichts die Welt geschaffen und auß Wasser machet Wein

Sendet diese Himmelsgaben netzet Mund und Hertzen ein

Wilkommen süsser West hol Athem auß dem Grunde

Blaß unser Schiflein an mit voller Brust und Munde

O günstiger Nordwest wir ankern stehe auf

Blaß hurtig wie du thust daß deine Beute lauf

In alle Länder hin wir reisen mit Verlangen

Der guten Hofnung Häubt bald frölich zu empfangen

Eilt stekt die Flaggen auf lauft eilends an den Port

Man zeucht die Segel auf die Schiffe gehen fort.

Komm süsse Regenbach wir haben durst geklaget

Es hat uns dürre Zeit und unser Hertz geplaget

Ach treufle fort für fort du reiches Himmelnaß

Ach netze Seel und Leib ach netze Laub und Graß

Vorauß zur letzten Stund wann dieses schwache Leben

Nun auf der Zunge steht und gute Nacht will geben

Der Vatter läst das Kind das Kind den Vatter stehn

Wir liegen röcheln nur kein Mensch will zu uns gehn

Verstand und Sinn ist hin der Tod stöst nach dem Hertzen

Wo suchet man nun Raht in solcher Angst und Schmertzen?

Bey dir Gott heilger Geist! Du O du waarer Gott!

Nim dich der Kranken an hilff uns in Sterbensnoht.