B ey einer G arten- L ust

By Christian Friedrich Hunold

Nehmet ihr getreuen Winde

Meine stillen Seufftzer hinn

Bringet sie dem Engels Kinde

Dem ich recht gewogen bin.

Saget diese Bothen wissen

Was ich ihm verschweigen müssen.

Schreibet doch ihr Lorberbletter

Was ich ihm nicht schreiben kan.

Das kein Liebes-Sturm noch Wetter

Meiner Treue was gethan:

Wenn er nun vorbey will gehen

Last ihn sein vergnügen sehen.

Darff ich ihn nicht selber Küssen

Will ichs euch ihr Blumen thun.

Wenn er euch nun will begrüssen

Und auf euren Bette ruhn!

Ach so küsset mein Verlangen

Tausend mahl auf seine Wangen.

Nun ihr Winde Blätter Rosen

Sprecht zu meiner Sehnsucht ja.

Säumet nicht ihn lieb zu kosen

Denn er ist schon selber da.

Doch diß sey ihm vorgeschrieben

Itzo schweigen und doch lieben.