Berg-Reyhen Auf Hn. C. W. u. F. A. S. V. g. H. Hoch- zeit den 29. Apr. 1680.

By Heinrich Mühlpfort

Herr Weiß er hat auf seinen Zechen

So manchen guten Gux erlangt;

Und weiß wie man das Ertz sol brechen

Das in der Menschen Augen prangt

Läst er nun Fahrt und Stollen stehen

Verändert Vorsatz Hertz und Sinn

Und wil in Schlesien gar gehen

Was suchet er da vor Gewinn?

Er ist ja nicht Bergsüchtig worden

Das zeigt die lebende Gestalt

So thut ihm auch der kalte Norden

Durch die Gewonheit nicht Gewalt.

Es müssen andere Magneten

Jhm seine Wünschel-Ruthe ziehn

Wo er wil bauen schmeltzen löthen

Und in gewünschter Nahrung blühn.

Wie oder wil er dem nachsetzen

Wie das gemeine Sprüchwort klang?

Nichts kan den Bergmann mehr ergetzen

Als ein schön Weib und ein schön Gang.

Und sucht er Fletzen und Geschicke

Bey seiner liebsten

So rühm ich billich das Gelücke

Das ihn gewiesen hat dahin.

Ein Berg-Mann kan nicht immer hauen

Er hat auch seine Wechsel-Schicht;

Es ist ihm auch vergunt zu schauen

Nach einem klaren Angesicht.

Wann ihn der Berg-Münch hat erschrecket

Und daß er auffgefahren ist

So wird ihm neue Krafft erwecket

Wenn ihn sein Liebes-Engel küst.

Sein Außbeuth bleibt doch Ertz und Liebe

Die Mehrerin der gantzen Welt

Zu diesem herrlichen Geschiebe

Wird aller Nachschlag angestellt.

Wer seinen Gang bringt so ins streichen

Als wie

Der kan die rechte Zeit erreichen

Und schaut vollkommen alles an.

Er findt den Vogel in dem Neste

Der Gang entblösset seinen Bauch;

Frau Braut der Knapp' ist wol der beste

Den Gruben-Compaß braucht er auch

Er wird bald muthen und drauff schürffen

Bestätigen und werffen Seil

Biß er wird gar ansitzen durffen

Die Fluth verschroten in der Eil.