Berg-Reyhen Auf Hn. C. W. u. F. A. S. V. g. H. Hoch- zeit den 29. Apr. 1680.
Herr Weiß er hat auf seinen Zechen
So manchen guten Gux erlangt;
Und weiß wie man das Ertz sol brechen
Das in der Menschen Augen prangt
Läst er nun Fahrt und Stollen stehen
Verändert Vorsatz Hertz und Sinn
Und wil in Schlesien gar gehen
Was suchet er da vor Gewinn?
Er ist ja nicht Bergsüchtig worden
Das zeigt die lebende Gestalt
So thut ihm auch der kalte Norden
Durch die Gewonheit nicht Gewalt.
Es müssen andere Magneten
Jhm seine Wünschel-Ruthe ziehn
Wo er wil bauen schmeltzen löthen
Und in gewünschter Nahrung blühn.
Wie oder wil er dem nachsetzen
Wie das gemeine Sprüchwort klang?
Nichts kan den Bergmann mehr ergetzen
Als ein schön Weib und ein schön Gang.
Und sucht er Fletzen und Geschicke
Bey seiner liebsten
So rühm ich billich das Gelücke
Das ihn gewiesen hat dahin.
Ein Berg-Mann kan nicht immer hauen
Er hat auch seine Wechsel-Schicht;
Es ist ihm auch vergunt zu schauen
Nach einem klaren Angesicht.
Wann ihn der Berg-Münch hat erschrecket
Und daß er auffgefahren ist
So wird ihm neue Krafft erwecket
Wenn ihn sein Liebes-Engel küst.
Sein Außbeuth bleibt doch Ertz und Liebe
Die Mehrerin der gantzen Welt
Zu diesem herrlichen Geschiebe
Wird aller Nachschlag angestellt.
Wer seinen Gang bringt so ins streichen
Als wie
Der kan die rechte Zeit erreichen
Und schaut vollkommen alles an.
Er findt den Vogel in dem Neste
Der Gang entblösset seinen Bauch;
Frau Braut der Knapp' ist wol der beste
Den Gruben-Compaß braucht er auch
Er wird bald muthen und drauff schürffen
Bestätigen und werffen Seil
Biß er wird gar ansitzen durffen
Die Fluth verschroten in der Eil.