Beschreibung des Sclavonischen strichs unfern von Labach.
So Agatha mich nicht vergessen hat zu lieben
Nachdem man dich von mir und mich von dir getrieben
Und meine wenigkeit gerissen von der brust
Die stets bereichert steht mit süsser liebes-kost;
So wird sie dis papier den zeugen meiner sinnen
Die ewig dienstbar sind nicht gantz umbstossen können
Und hören wo und wie derselbe sich befindt
Der durch die seufftzer itzt vermehret luft und wind.
Ich edle Agatha bin hier umzirckt mit steinen
Der regen mehrt die pein den regen mehrt mein weinen.
Ich seh und höre nichts als klippen und den thon
Der von dem seuftzen kommt und dann zu meinem hohn
Ein felsen widerbillt; ich bin in einer wüsten
Da nichts als bestien und wilde vögel nisten;
Mit kurtzem: hab ich mich ie deinen knecht genannt
So bin ich es gewiß hie in der Sclaven land;
Und wilstu von der art des volckes etwas wissen
So sag ich wie es ist man weiß hier nichts von küssen
Indem das rauhe land fast keine schönheit kennt
Die so am dicksten ist wird Helena genennt:
Ich glaube daß man sie nach dem gewichte schätzet.
Dieß was das wilde volck am kräftigsten ergetzet
Ist feuer knobloch wein und endlich ein geschrey
Zu zeigen daß allhier Cyclopen-wohnung sey.
Das brodt so man geneust trägt steine sand und erden
Die stube will mit macht zu einer hölle werden;
Reucht heftiger als selbst die apothecken nicht
Nur daß ihr bloß allein die liebligkeit gebricht
Und vor zibeth der mist die dünne nase füllet.
Wer hier zu bette geht der lieget nicht umhüllet
Mit leinwand von Cambray er kriegt an dessen statt
Ein altes lämmerfell so tausend gäste hat
Und stündlich reicher wird. Kein bild ist hier zu holen
So nicht ein starcker knecht mit einer geilen kohlen
Den zweck und auch den pfeil des buhlers abgemahlt;
In dem er nicht zu viel hat vor den trunck gezahlt
Und auf die liebe denckt; an statt der porcellanen
Da steht ein eßig-krug so von den groben ahnen
Auf grobe kinder stammt; vor ein Venedisch glaß
Prangt eine käse-form und denn ich weiß nicht was
Schuh hechel striegel strumpf ligt bey den mäuse-fallen;
Wiewohl das arme thier gewiß vor andren allen
Hier ohne schulden stirbt: Mein eifer reist mir aus
Ich schwere das privet ist grösser als das hauß.
Hier schließ ich Agatha die reimen nicht den willen
Dasselbe was du sprichst mit freuden zu erfüllen;
Nur tadele mir hier die kürtze nicht zu sehr
Denn gantz Sclavonien hat keine dinte mehr.