Bestrafte Falschheit

By Adolf Glaßbrenner

Written 1827-01-01 - 1827-01-01

Jetzt wollen wir mal singen

Das nagelneue Lied,

Von einem schmucken Junker, –

Ei, ei, vom schmucken Junker!

Der sich in Zwei verliebt.

Die Eine war die Freiheit,

Die Zweit' die Höferei;

Die Freiheit ließ er fahren, –

Ei, ei, die ließ er fahren!

Und schwur der Höferei.

Die Höferei frägt leise:

Warst du und bleibst mir treu?

„Der Schwarze soll mich holen, –

Ei, ei, der soll ihn holen!

Ich war und bleib' dir treu!“

Jetzt kriegt er Orden, Degen

Und glänzendes Gewand;

Es dauert kaum drei Tage, –

Ei, ei, kaum dreier Tage!

Da reicht sie ihm die Hand.

Doch an dem Hochzeitsfeste,

Just bei der Tafellust,

Da kam der schwarze Satan, –

Ei, ei, der schwarze Satan!

Und packt ihn bei der Brust.

„Den Eid hast du gebrochen,

Verlassen deine Braut!

Der Freiheit bist verlobet, –

Ei, ei, der bist verlobet!

Der Höferei getraut.“

So nahm er ihn beim Kragen

Und fuhr mit ihm hinaus;

Die Wittwe aber lachte, –

Ei, ei, die Wittwe lachte!

Die stummen Gäste aus.

Und ist mein Mann zur Höllen,

Hab' ich doch Gold und Pracht!

Und mehr als hundert Buhlen, –

Ei, ei, als hundert Buhlen!

Bei Tage und bei Nacht!