Betrachtungen über das Gesicht.
Von unserem Begriff die grosse Fertigkeit
Macht, daß wir so geneigt, dem Werckzeug ihn zu schencken,
Und daß wir, durch Gewohnheit und durch Zeit,
Zu fühlen glauben, ohn zu dencken.
Die Seel ist allemal dabey,
Wenn, daß sie gegenwärtig sey,
Sie selber gleich nicht glaubt. Jhr heimlichs Uberlegen,
So durch Gewohnheit wir noch zu verstärcken pflegen;
Begleitet allemal die Sinnen
Auch dann schon, wenn wir kaum zu seyn beginnen.
Doch fügt man zum Begriff, der einfach, schnell entsteht,
Noch einen andern meist, der tieffer geht,
Und welcher uns so leicht nicht irren lässt. Es bindet
Sich der Verstand mit dem, was man zuerst empfindet.