Bewillkommung Hn. W. S. v. S. von denen berühmtesten Seel. Teutschen Dichtern in...

By Heinrich Mühlpfort

Kan dir O edler Scherffenstein

Mein Thon noch was erfreulich seyn

Der du schon sitzst bey jenen Dichtern

Jm Schoß der grauen Ewigkeit

Und tritst mit Füssen Zeit und Neid

Bestrahlt mit tausend Sternen-Lichtern.

Wie? Oder ists Elyser-Feld?

Das eine Wohnung dir bestellt

Wo nichts als Liebligkeiten spielen:

Wo stets der linde West-Wind schwebt

Und wenn er seine Flügel hebt

Den Ort pflegt rauschend’ abzukühlen.

Wo Bäche voller Nectar gehn

Wo Bäume keinmal Frucht-loß stehn

Wo Flora sich zum Teppich machet.

Und bald der Lilgen Attlas weist

Bald Tulipanen brennen heist

Bald durch Viol’ und Nelcken lachet.

Wo früh’ ein rundter Perlen-Thau

Besilbert den Schmaragd der Au

Und läst die Demant-Tropffen fallen:

Wo unterm Schatten laufft ein Brunn

Verwahrt für Regen Lufft und Sonn’

Und spracht mit rieselnden Chrystallen.

Da sag’ ich wo die göldne Zeit

Hat eine Tafel zubereit

Da niemand sonst als Götter speisen

Wo Schertz und Spiel die Liebe grüst

Wo Fried und Einigkeit sich küst

Und wechselweis’ einander preisen.

Da solst du auch

Ein theurer Gast willkommen seyn

Der Opitz schleust dich in die Armen

Der klugen Geister Ungeheur

Der durch der Sinnen heilig Feur

Auch tode Marmel hieß erwarmen.

Es sieht dich

Daß du deß müden Lebens Bahn

Nach so viel Schmertz und Angst verlassen:

Er meld Poetisch seinen Gruß

Und will mit einem Liebes-Kuß

Dich Uberwinder jetzt umbfassen.

Es kennt dich

Der Fürsten Rath der Ruhm der Zeit

Der so manch schönes Buch geschrieben,

Er spricht: Solt ich dich jetzt verschmähn

Da ein Hof uns doch hat gesehn

Von wegen Kunst nicht ferner lieben.

Ja

Den niemand sattsam preisen kan

Der Phönix Schlesischer Poeten

Stellt jetzt der Reden Donnern ein

Und reicht dir

Zu süssen Liedern neue Flöten.

Dein

Und zeiget dir ein rund Gedicht

Auß dem du kanst den Zustand kennen

Wenn Laster man für Tugend ehrt

Wenn Thorheit oft die Weißheit lehrt

Und man pflegt Schwartzes Weiß zu nennen.

Wie laß ich den

Der sich biß an der Sonnen Hauß

Durch himmlisch Dichten hat geschwungen.

Vergess’ ich unsers

Der zu den Sternen längst gereist

Und hier noch blüth auf vieler Zungen?

Nein! Schlesiens sein Paradeiß

Das so viel hohe Dichter weiß

Als Teutschland sonsten nicht kan zeigen

Dieweil es keinen Ruhm begehrt

Und meine Feder es nicht werth

Heist mich auß Ehr-Furcht stille schweigen.

Dich preis’ ich nur

Daß du kanst in Gesellschafft seyn

Bey so viel Hoch-Erlauchten Seelen;

Wie irr’ ich? Oder kommt auch mir

Der

Und will nicht seine Glut verhölen?

Ach ja! Er fraget rund und frey.

Daß sein Verlangen himmlisch sey

Und singet seine Liebes-Lieder;

Du hörest sie entzücket an

Und sprichst: Wo dirs gefallen kan

So nimm sie deutsch gedolmetscht wieder.

Es trit das seelge Volck hervor

Es rufft? Laß uns ein gantzes Chor

Du neuer Geist von Stimmen hören.

Vermische doch dein Orgelwerck

Mit unserm grünen Pindus-Berg

Wir singen selber dir zu Ehren.

Du hast

Das sich wie Cedern breitet aus

Und schöner als die Palmen grünet

Nun viertzig Jahr als treuer Knecht

In deinem Handel schlecht und recht

Nicht mit geringem Nuhm bedienet.

Wie manches Lied wie mancher Thon

Ist doch du kluger Musen-Sohn

Aus deinem Mund und Kiel geflossen?

Nun siehst du wie der Schwanen Schaar

Bekröhnt mit Lorbern deine Haar

Und nennt dich ihren Mit-Genossen.

Glück zu! Du

Und laß dir nicht verdrießlich seyn

Den Nachruff der dich itzt begleitet:

„diß ist der Musen Eigenthum

&q;Daß man Gelehrter Leute Ruhm

&q;Und ihr Gedächtnüß weit außbreitet.