Bey dem Dobenecker- und Eunoi- schen hochzeit-feste. D. V. M.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Auf, schäfer!

Auf! wo ihr immer steckt,

Wenn euch der herbst erschreckt

Mit den betrübten tagen,

Die unsre felder plagen.

Auf, schäfer!

Geschwinde!

Verlaßt das faule dach,

Und folgt den nymphen nach,

Die heute mit den hirten

Bemühet sind um myrten.

Geschwinde!

Erscheinet!

Mit einem frohen chor;

Sucht alle lust hervor,

Durch flöten und schalmeyen,

Nebst angenehmen reyen.

Erscheinet!

Zu ehren!

Der längst gewünschten zeit,

Die itzund hoch erfreut

Zwey treu-verbundne hertzen

Bey ihren hochzeit-kertzen.

Zu ehren!

Dem liebsten!

Der nach viel müh und schweiß

Erlanget diesen preiß:

Daß nun in seinen armen

Maria wird erwarmen.

Dem liebsten!

Der liebsten!

Die ihre frohe brust

Erfüllet sieht mit lust,

Durch ihres liebsten blicke,

Trotz aller neider tücke.

Der liebsten!

Drum singet!

Daß wiesen, thal und wald

Von eurem thon erschallt,

Daß auch die schafe springen

Von eurem hellen klingen.

Drum singet!

O himmel!

Verknüpffe dieses band

Durch einen guten stand,

Laß ihre fette trifften

Mit mißwachs nicht vergifften.

O himmel!

Beschlüsset!

Und nehmt die pfeiff in acht,

Daß ihr was neues macht,

Wenn wir in einer wiegen,

Sehn einen pachter liegen.

Beschlüsset!