Bey dem H. und L. hochzeit-feste, Von einem, Der gerne bald auch hochzeit machte...
So blühet endlich dein gelücke,
Der himmel lacht dich an, und schenckt dir liebes-blicke,
Er giebt dir eine liebe braut,
Die sich in dich verliebet schaut,
Was du schon längst gewünscht, das ist dir nunmehr worden;
Du bist gesetzt in männer-orden.
Ich führe noch mein einsam leben,
Du hast der einsamkeit nunmehr valet gegeben;
Das bette steigst du nun selb-ander ein,
Wenn andre in der nacht allein
Durch einen falschen traum das kalte bett-tuch küssen,
Kanst du viel andre lust geniessen.
Ach! wie viel werden doch zum narren,
Wenn sie auf den termin so lange müssen harren,
Und geht es mit der zeit noch an,
Daß man mit mägdgen löffeln kan,
Mit was vor schwerer noth, müh, schreiben, schicken, lauffen,
Muß man nicht diese lust erkauffen?
Da läst man sich wohin bestellen,
Und wenn es richtig ist, hört man ein hündgen bellen,
Daß man mit äuserstem verdruß
Sich von der liebsten machen muß.
So will das schicksal sich an unsrer liebe rächen,
Und solt es uns ein bein zerbrechen.
Dann muß man sich bereden lassen,
Die kinder tragen sich damit auf allen gassen:
Da liegt man wie ein ‒ ‒ ‒ hut,
Der schmertz thut weh, es sinckt der muth,
Man scharret sich im grind, und schlägt die augen nieder,
Vor scham erröthen alle glieder.
Mein Freund! du hast es wohl getroffen,
Dein thun ist nicht gericht auf ein betrüglich hoffen;
Wenn andere vor liebes-pein
Wie hirse-brey so mürbe seyn,
Darff dir nicht furcht und noth gestrenge lehren schreiben,
Du kanst ja hahn im korbe bleiben.
Drum laß der liebe freyen zügel,
Jm alter schmeckt kein kuß, der liebe wahres siegel,
Wenn alte treiben courtesie,
So schmecket es, ich weiß nicht wie?
Es darff ein runtzel-balg von frischen liebes-sachen
Wahrhafftig keinen staat mehr machen.
Nun wenn wir uns zu tische setzen,
So wird dich Venus noch mit andrer kost ergetzen;
Da legt sie deiner braut und dir
Den wunderschönen segen für,
Den ihr zwar könnt mit löffeln essen,
Doch werdet übers jahr ihr ihn mit mulden messen.