Bey dem Hochseeligen Absterben des Hochgebohrnen Grafen und Herrn/ Herrn Albert ...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Erschrickt die Vater-Stadt von einem starcken Strahle

Erbebet unser Land da dessen Atlas fällt:

Ach so erzittern auch die Musen an der Saale

Und in der Ferne wird ihr gantzer Muth zerschellt.

Ja Schwartzburg welches sie nicht mit den Augen sehen

Muß leider allzu schwartz in ihren Hertzen stehen.

Ihr Fremden fraget nicht was Salems Töchter weinen

Warum kein Seegens-Thau die Berge da bedeckt?

Fragt nicht warum kein Glantz auf Heydecks Schloß will scheinen

Was eurem Israel so große Noth erweckt?

Im Buch der Redlichen könnt ihr die Nachricht haben:

Es wir der Edelste der Landes-Herr begraben.

Im Buch der Redlichen wo Helden angeschrieben

Wo große Fürsten stehn da stehet auch von dir

Erlauchtester Anton. Die Hohe Ahnen lieben

Die ziehen dein Geschlecht aus Käysers Blut herfür;

Die aber auf den Glantz der hohen Tugend schauen

Die werden dir ein Lob der theursten Häupter bauen.

So hoch das Alterthum der Uhrsprung samt den Ahnen

Und die Gevierdte Pracht der grösten Grafen war;

So herrlich auch die Zahl der hohen Ehren-Fahnen:

So ziert ein mehres doch Hoch-Seelger deine Bahr.

Selbst Marmor dauret nicht Gold muß vor dir sich schämen

Zu Ehren-Seulen will die Tugend Hertzen nehmen.

Die Tugend welche stets das Ruder hat geführet

Die durch die Klugheit hat die Länder übersehn

Durch die die güldne Zeit die Herrschafft meist berühret

Die Weißheit Gnad und Huld die ewig vor uns stehn

Vergöttern Theurer Graf dein heiligs Angedencken

Das wir mit Thränen doch in unsre Hertzen sencken.

Mit Thränen solten wir den blassen Leib benetzen

In dem des Höchsten Freund der Menschen Huld gewohnt.

Mit tausend Thränen sind die Großen beyzusetzen

Die vor des Landes Heil die Kräffte nie verschont.

Wir klagen also auch daß es die Fremden hören

Die dein unsterblich Lob bey unsern Seuffzern ehren.

Denn welche Gräntzen hat dein Ruhm nicht durchgedrungen?

Wo bist du unbekandt du göttlicher Anton?

Wer ist wohl mehr ein Preiß so vieler tausend Zungen

Als Hochgebohrner Graf du und dein theurer Sohn?

Ihr habet allzuviel zu schreiben hergegeben

Daß tausend Federn nicht genug vor Euer Leben.

Du Gott-beliebter Herr der bey dem großen Stande

Des Höchsten Freund und Knecht doch solcher Menschen Feind

Die mehr dem Eigen-Nutz als wie dem Wohl im Lande

Der Boßheit Schmeicheley mehr als des Himmels Freund.

Mit diesem Wunder weiß kein Volck nicht aufzutreten

Daß je ein Großer mehr wie du zu Gott gebeten.

Noch rauchet dein Altar und deiner Andacht Flammen

Stehn vor dem großen Gott vor dessen Angesicht.

Da legst du vor dein Land die Hände noch zusammen

Und deine Gräfin läßt auch da Ihr Beten nicht.

Gott hat dich nur darum von Menschen weg genommen

Es solte Gottes Freund zur Lammes Freundin kommen.

So richten wir demnach die Thränen vollen Augen

Zu deiner Herrligkeit und wenn kein Trauer-Stand

Bey deiner Himmels Lust und Seeligkeit kan taugen:

Ach so beweint nur sich dein höchst-betrübtes Land.

Es seufzet Jung und Alt in Schwartzburg ist ein Klagen:

Der alte Vater wird nunmehr zur Grusst getragen.

Die Sternen können die Wunder-Höhe zeigen

Die Sonne wirfft den Glantz bei weiten nicht so weit

So weit und hoch die Glut von diesem Ruhm muß steigen

Da nun dein Volck um dich als ihren Vater schreyt.

Gewalt und Reichthum kan die Fürsten zwar erheben

Die grösten Ehren nur der Nahme Vater geben.

Der süße Nahme bleibt im Hertzen eingegraben

In unsrer treuen Brust es wallt das Blut davon;

Da soll Er theurer Graff ein ewig Denckmahl haben.

Die Weißheit nennt dich zwar auch einen Salomon;

Doch weil dich Schwartzburg wird und dessen Kinder nennen

So soll dein Vater Rahm' auf unsern Lippen brennen.

Die tiefe Danckbarkeit damit wir dir verbunden

Vermehrt der theure Herr in welchen du noch lebst

In dessen Tugend wir dich wiederum gefunden

Um dessen Weißheit du mit deinem Geiste schwebst

Der von den Edelsten der Großen dieser Erden

Durch den der tieffe Schmertz nur kan gelindert werden.

Gott setze dieses Haupt dem Lande stets zum Seegen

Er mindre dessen Leid desgleichen wenig ist,

Daß Schwartzburgs Adler kan die starcken Flügel regen

Und nach den Wolcken Ihn die Sonne wieder grüßt

Daß wie Er längst vor sich zum höchsten Glantz gestiegen

Er auch im höchsten Wohl die Herrschafft kan vergnügen.

Das alte Rom bekam im Jenner sonst Regenten.

Und Gottes Schickung führt ein gleiches bey uns ein.

Die Hertzen wenn sie gleich von tausend Schmertzen brennten

So müssen sie doch auch voll heisser Andacht seyn:

Glorwürdig hat Anton die Ewigkeit beschritten

So lasset uns zu Gott für Ludwig Friedrich bitten.