Bey dem Teuto- und Gildehausischen Hochzeit-Feste Wurde der Handel und Wandel in...
Ist die Liebe nicht ein Handel
Gleicht sie nicht der Kauff mannschafft?
Ja! und diesen schönen Wandel
Treibet man mit solcher Krafft;
Daß man Hertz um Hertz verkauffet
Denn ein jedes Menschen-Kind
Hin nach ihrer Börse lauffet
Wo man tausend Käuffer findt.
Die Advis-Brief sind die Blicke
Und der Wechsel-Zettul geht
Selten mit
Was man redet das besteht.
Wann
Erst dahin es bringen kan
Daß er sich zu ihr darf finden
Alsdenn geht der Handel an.
Daß er ihr getreu sich nennet
Ist das erste Handlungs-Geld
Wenn das keinen Mangel kennet
Alsdenn ist es wohl bestellt;
Wenn es richtig wird befunden
Wenn es nicht den Werth verliehrt
Denn wird Hertz und Geist verbunden
Und der Handel fortgeführt.
Giebt der Himmel dann Gedeyen
Daß er heim sie führen kan
Alsdenn geht es an ein Freuen
Und die Zahl-Woch hebt sich an
Alle Nächte in dem Bette
Ist der tägliche
Allda liebt man in die Wette
Und vermehret den Gewinn.
An der Zins wird nichts erlassen
Noch viel minder
Weil einjeder bester Maassen
Seine Liebes-Schuld abführt.
So hat man viel zu
Des
Will in keinem Ding
Alles bringet er zum Stand.
Nach so richtigem Belegen
Kommt lebendiger Gewinn
Und der hochgewünschte Seegen
Zieht mit Wucher sich dahin
Mag man denn nicht weiter handeln
So greifft man die Renten an
Und das angenehme Wandeln
Wird den Kindern eingethan.
Jhr! ihr treu-verliebte Hertzen
Die ihr heute euch verbindt
Und bey
Euch zu solchen Handel findt
Jhr ihr werdet schon erfahren
Was mein Feder-Kiel hier setzt.
Handelt wol mit denen Waaren
Da mit
Lasset den
Doch erst nach drey Viertel Jahr
Alsdenn wird in allen Stücken
Eure Handlung offenbahr
Himmel! segne Bud und Laden
Schütze sie durch deine Gunst
Und verleihe viel
Dieser keuschen Liebes-Brunst.