Bey dem Teuto- und Gildehausischen Hochzeit-Feste Wurde der Handel und Wandel in...

By Johann Georg Gressel

Ist die Liebe nicht ein Handel

Gleicht sie nicht der Kauff mannschafft?

Ja! und diesen schönen Wandel

Treibet man mit solcher Krafft;

Daß man Hertz um Hertz verkauffet

Denn ein jedes Menschen-Kind

Hin nach ihrer Börse lauffet

Wo man tausend Käuffer findt.

Die Advis-Brief sind die Blicke

Und der Wechsel-Zettul geht

Selten mit

Was man redet das besteht.

Wann

Erst dahin es bringen kan

Daß er sich zu ihr darf finden

Alsdenn geht der Handel an.

Daß er ihr getreu sich nennet

Ist das erste Handlungs-Geld

Wenn das keinen Mangel kennet

Alsdenn ist es wohl bestellt;

Wenn es richtig wird befunden

Wenn es nicht den Werth verliehrt

Denn wird Hertz und Geist verbunden

Und der Handel fortgeführt.

Giebt der Himmel dann Gedeyen

Daß er heim sie führen kan

Alsdenn geht es an ein Freuen

Und die Zahl-Woch hebt sich an

Alle Nächte in dem Bette

Ist der tägliche

Allda liebt man in die Wette

Und vermehret den Gewinn.

An der Zins wird nichts erlassen

Noch viel minder

Weil einjeder bester Maassen

Seine Liebes-Schuld abführt.

So hat man viel zu

Des

Will in keinem Ding

Alles bringet er zum Stand.

Nach so richtigem Belegen

Kommt lebendiger Gewinn

Und der hochgewünschte Seegen

Zieht mit Wucher sich dahin

Mag man denn nicht weiter handeln

So greifft man die Renten an

Und das angenehme Wandeln

Wird den Kindern eingethan.

Jhr! ihr treu-verliebte Hertzen

Die ihr heute euch verbindt

Und bey

Euch zu solchen Handel findt

Jhr ihr werdet schon erfahren

Was mein Feder-Kiel hier setzt.

Handelt wol mit denen Waaren

Da mit

Lasset den

Doch erst nach drey Viertel Jahr

Alsdenn wird in allen Stücken

Eure Handlung offenbahr

Himmel! segne Bud und Laden

Schütze sie durch deine Gunst

Und verleihe viel

Dieser keuschen Liebes-Brunst.