Bey der Beerdigung Der Hoch-Ehr und Tugend-belobten Frauen Frauen Marien Pflüger...

By Johann Georg Gressel

Wenn dir das bange Hertz in tausend Stücken springet

Ja wenn dir selber fast der Lebens-Faden bricht;

Wenn dir ein scharffes Schwerdt durch deine Seele dringet

Und aller Muth entfällt so wundern wir uns nicht

Denn jetzund wird dein Hertz zu Grabe hingetragen

Dein Leben siehest du auf einer Bahre stehn

Du must und wir mit dir aus gleicher Wehmuth klagen

Daß wir dich welcher Riß? als Wittwer müssen sehn.

So gehts so drehet sich das Blat der Eitelkeiten;

So spielt das Wechsel-Glück mit uns als einem Ball:

Offt schenckt uns seine Brust vergnügte Lieblichkeiten

Doch aber sie sind nichts als nur verfüßte Gall.

Wenn man ihm heute noch vergnügt im Schoosse lieget

So macht es morgen Strick’ aus unserm eignen Haar:

Es ist ein irrend Licht das uns des Nachts betrieget

Daß weñ es schön gegläntzt bald Schleim und Unflath war.

Ach! daß wir nun auf dich die Deutung müssen machen!

Herr Vetter da der Tod durch deine Rechnung streicht

Indem da dir das Glück sing freundlich anzulachen

Dein Weib o hartes Wort! dein liebstes Weib erbleicht.

Wir wollen jetzund nichts von ihrem Ruhme sagen

Weil was vollkommen ist der Schmincke nicht gebraucht:

Genug wer sie gekannt der wird mit Thränen klagen

Daß ihre Lebens-Zeit gleich wie ein Dampff verraucht.

Sie war der

So daß es auch daher am Seegen nie gefählt:

Allein ihr Nahme konnt uns zu Gemühte führen

Daß wie

Doch man muß nicht aufs neu dir deine Wunden reiben;

Darum nimm deinen Trost aus unsern Thränen hin

Und laß uns auf ihr Grab noch diese Worte schreiben:

Hier liegt die kluge fromm' und keusche Pflügerin.