Bey der Beerdigung Der Hoch-Ehr und Tugend-belobten Frauen Frauen Marien Pflüger...
Wenn dir das bange Hertz in tausend Stücken springet
Ja wenn dir selber fast der Lebens-Faden bricht;
Wenn dir ein scharffes Schwerdt durch deine Seele dringet
Und aller Muth entfällt so wundern wir uns nicht
Denn jetzund wird dein Hertz zu Grabe hingetragen
Dein Leben siehest du auf einer Bahre stehn
Du must und wir mit dir aus gleicher Wehmuth klagen
Daß wir dich welcher Riß? als Wittwer müssen sehn.
So gehts so drehet sich das Blat der Eitelkeiten;
So spielt das Wechsel-Glück mit uns als einem Ball:
Offt schenckt uns seine Brust vergnügte Lieblichkeiten
Doch aber sie sind nichts als nur verfüßte Gall.
Wenn man ihm heute noch vergnügt im Schoosse lieget
So macht es morgen Strick’ aus unserm eignen Haar:
Es ist ein irrend Licht das uns des Nachts betrieget
Daß weñ es schön gegläntzt bald Schleim und Unflath war.
Ach! daß wir nun auf dich die Deutung müssen machen!
Herr Vetter da der Tod durch deine Rechnung streicht
Indem da dir das Glück sing freundlich anzulachen
Dein Weib o hartes Wort! dein liebstes Weib erbleicht.
Wir wollen jetzund nichts von ihrem Ruhme sagen
Weil was vollkommen ist der Schmincke nicht gebraucht:
Genug wer sie gekannt der wird mit Thränen klagen
Daß ihre Lebens-Zeit gleich wie ein Dampff verraucht.
Sie war der
So daß es auch daher am Seegen nie gefählt:
Allein ihr Nahme konnt uns zu Gemühte führen
Daß wie
Doch man muß nicht aufs neu dir deine Wunden reiben;
Darum nimm deinen Trost aus unsern Thränen hin
Und laß uns auf ihr Grab noch diese Worte schreiben:
Hier liegt die kluge fromm' und keusche Pflügerin.