Bey der Gerhard-Stisserischen verbindung, Jm namen der Schilterischen tisch-com-...
Edler Gönner! das vergnügen
Reicht dir überall die hand.
Deine tugend, dein verstand
Können nicht verborgen liegen:
Jene sieht man sonnen-klar,
Wo du nur einmal gewesen;
Dieser macht sich offenbar,
Wenn wir deine schrifften lesen.
Solten wir an Breßlau dencken,
Und auf deine vater-stadt,
Die dich nächst verlanget hat,
Die vergnügten augen lencken;
Was vor gönner würden nicht
Da von deinen gaben zeugen!
Doch es heist ein näher licht
Uns itzt von der ferne schweigen.
Wäre Schurtzfleisch noch am leben,
Schurtzfleisch, Wittenberges zier;
O! was würde dieser dir
Vor ein schönes zeugniß geben!
Doch wir lassen ihn nun ruhn;
Was uns dieser nicht kan weisen,
Kan der weise Röschel thun,
Können andre lehrer preisen.
Leipzig, das die Pleiße netzet,
Nebst dem Hypocrenen-fluß:
Wo dich Olearius
Durch der Griechen licht ergetzet.
Wo dir Titius erklärt,
Wie das recht recht anzufangen,
Läst, was Wittenberg gewährt,
Dich auch da nach wunsch erlangen.
Was dir nirgends war versaget,
Nahmest du zu Jena an,
Wo du auf der weisheits-bahn
Dich zur ehren-burg gewaget.
Wo du dich so wohl gezeigt:
Wo dein grund-gelehrtes wissen
So durch mund und feder steigt,
Daß wir dich bewundern müssen.
Hier hat Themis ihre schätze
Dir erwünscht bekant gemacht.
Drum hat Halle dich bedacht,
Und zum lehrer der gesetze
Dich vor würdig nächst erkannt.
Wie du dich hierbey gewiesen,
Das hat tugend und verstand
Schon an dir voraus gepriesen.
Weimar, wo es an patronen
Der gelahrtheit nicht gebricht,
Unterließ deswegen nicht,
Deine tugend zu belohnen;
Denn sein Hertzog, welcher sich
Groß erweist an rath und thaten,
Macht aus hoher gnade dich
Zum Regierungs-advocaten.
Doch es steiget dein vergnügen,
Edler Gerhard! weiter fort.
Denn es heist ein fremder ort
Dich auf sanfften küssen liegen.
Qvedlinburg läst deinen geist
Durch die schönste glut erqvicken:
Denn was Dorothea weist,
Muß den Ephraim entzücken.
Nun ist nichts mehr, das dir fehlet:
Nun ist dein vergnügen gantz;
Weil du dir den hochzeit-crantz
Auf den Doctor-hut erwehlet.
Jener kan, wenn dieser drückt,
Alle last erträglich machen:
Denn wen so ein schatz erqvickt,
Der muß auch bey dornen lachen.
Edler Freund! so grünt und blühet
Dein vergnügen überall.
Doch du bleibest an der Saal,
Weil dein Schatz nach Jena ziehet.
Gott, der dieses also fügt,
Geb’ auch ferner sein gedeyen!
So ist Dorothee vergnügt,
So kan Ephraim sich freuen.