Bey der Gerhard-Stisserischen verbindung, Jm namen der Schilterischen tisch-com-...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Edler Gönner! das vergnügen

Reicht dir überall die hand.

Deine tugend, dein verstand

Können nicht verborgen liegen:

Jene sieht man sonnen-klar,

Wo du nur einmal gewesen;

Dieser macht sich offenbar,

Wenn wir deine schrifften lesen.

Solten wir an Breßlau dencken,

Und auf deine vater-stadt,

Die dich nächst verlanget hat,

Die vergnügten augen lencken;

Was vor gönner würden nicht

Da von deinen gaben zeugen!

Doch es heist ein näher licht

Uns itzt von der ferne schweigen.

Wäre Schurtzfleisch noch am leben,

Schurtzfleisch, Wittenberges zier;

O! was würde dieser dir

Vor ein schönes zeugniß geben!

Doch wir lassen ihn nun ruhn;

Was uns dieser nicht kan weisen,

Kan der weise Röschel thun,

Können andre lehrer preisen.

Leipzig, das die Pleiße netzet,

Nebst dem Hypocrenen-fluß:

Wo dich Olearius

Durch der Griechen licht ergetzet.

Wo dir Titius erklärt,

Wie das recht recht anzufangen,

Läst, was Wittenberg gewährt,

Dich auch da nach wunsch erlangen.

Was dir nirgends war versaget,

Nahmest du zu Jena an,

Wo du auf der weisheits-bahn

Dich zur ehren-burg gewaget.

Wo du dich so wohl gezeigt:

Wo dein grund-gelehrtes wissen

So durch mund und feder steigt,

Daß wir dich bewundern müssen.

Hier hat Themis ihre schätze

Dir erwünscht bekant gemacht.

Drum hat Halle dich bedacht,

Und zum lehrer der gesetze

Dich vor würdig nächst erkannt.

Wie du dich hierbey gewiesen,

Das hat tugend und verstand

Schon an dir voraus gepriesen.

Weimar, wo es an patronen

Der gelahrtheit nicht gebricht,

Unterließ deswegen nicht,

Deine tugend zu belohnen;

Denn sein Hertzog, welcher sich

Groß erweist an rath und thaten,

Macht aus hoher gnade dich

Zum Regierungs-advocaten.

Doch es steiget dein vergnügen,

Edler Gerhard! weiter fort.

Denn es heist ein fremder ort

Dich auf sanfften küssen liegen.

Qvedlinburg läst deinen geist

Durch die schönste glut erqvicken:

Denn was Dorothea weist,

Muß den Ephraim entzücken.

Nun ist nichts mehr, das dir fehlet:

Nun ist dein vergnügen gantz;

Weil du dir den hochzeit-crantz

Auf den Doctor-hut erwehlet.

Jener kan, wenn dieser drückt,

Alle last erträglich machen:

Denn wen so ein schatz erqvickt,

Der muß auch bey dornen lachen.

Edler Freund! so grünt und blühet

Dein vergnügen überall.

Doch du bleibest an der Saal,

Weil dein Schatz nach Jena ziehet.

Gott, der dieses also fügt,

Geb’ auch ferner sein gedeyen!

So ist Dorothee vergnügt,

So kan Ephraim sich freuen.