Bey einem vergnügten Hochzeit-FesteFußnoten
Written 1697-01-01 - 1697-01-01
Wenn unter allen wohl und den Glückseeligkeiten
So man auf Erden hat das beste dieses ist
Zu lieben was uns liebt gewünscht zur Ehe schreiten
Wo sich die Tugend so als die Vergnügung küßt:
So weiß ich daß kein Schatz vom irdischem Vergnügen
Demselben gleichen kan so itzt dem edlen Paar
In seine Seele fleußt in seinem Arm wird liegen
Und das den Anfang nimt so bald es Sternen klar.
So weiß ich auch zugleich daß weil der Eltern Freude
Durch seiner Kinder-Wohl zum höchsten Gipffel steigt
Des Edlen Vaters-Hertz anitzo über beyde
Sich so glückseelig preißt als wie vergnügt bezeugt.
Er kan die Früchte nun von seiner sorgfalt brechen.
Die Jungfer Tochter ziert des klugen Vaters-Zucht
Die Tugend soll vor mich das Wort am besten sprechen;
Herr – – – rede selbst warum er sie gesucht.
Der Wohlverdiente Mann wird zu sich selber sagen:
Daß Anmuht und Verstand ein löbliches Gemüht
Als wie ein Schatz bey ihm das Hertz davon getragen
Als ein Magnet, der mehr als was gemeines zieht.
Ein solches Kleinod ist bey wenigen finden:
Wo Tugend ausgesteurt ist oft die Schönheit nicht;
Wo aber Schönheit reitzt oft kein Verstand zu gründen:
Was aber nutzt ein Haus das schön und ohne Licht?
Bey einer dummen der Mann im finstern wohnen.
Unedle Schönheit ist ein solches heyraths-Gut
Das ohne Ruh und Lust bey mehr als tausend Cronen
Dem Mann im Ehestand gar schlechten Vortheil thut.
Wo aber Tugenden in reicher Anmuht lachen
Wo ein so kluger Geist wie bey der Edlen Braut
Da kan Herr – – – vergnügte Hochzeit machen
Da hat man seine Lust auf schönen Grund gebaut.
Bey andern sey der Tag ein Anfang schlimmer Zeiten
Da man an eine Frau sich ewig binden läst.
Allhier verkündigen der Braut Vortrefflichkeiten
Den süßen Lebens-Lauf auf dieses Hochzeit-Fest.
Sie wird Ihm Ihre Gunst stets abzumahlen wissen
Weil die geschickte Hand die Mahlerey versteht;
Biß sie durch seine Hülf ein Bildniß abgerissen
Das ihnen mit der Zeit gleicht und entgegen geht.
Den Kummer wenn er auch in dem gewünschten Stande
Zu finden möchte seyn vertreibt ihr Saiten-Spiel
Und wahre Gottes-Furcht wie in gelobten Lande-
Vor Davids-Harfen klang der Feind der Ruhe fiel.
Die Güte nun womit Herr – – mich verbunden
Mit dem diß Saal-Athen vor andern prangen kan
Verpflichtet mich demnach das bey den frohen Stunden
Ich diesen treuen Wunsch den andern zugethan:
Weil so viel Seltenheit dem Theuren Paar zueigen
So muß in ihrem Stand ein sonderbahres Glück
Ein großer Seegen sich ein reich vergnügen zeigen;
Die Anmuht küße sie bey jedem Augen-blick.
Des Edlen Vaters lust vermehren künftge Zeiten
Damit so ungemein auch seine Reit-Kunst sey
Wenn er die Enckel sieht auf ihren Stecken reiten
Ihn doch vergnügen mag die schlecht Reiterey.