Bey einem vergnügten Hochzeit-FesteFußnoten

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Wenn unter allen wohl und den Glückseeligkeiten

So man auf Erden hat das beste dieses ist

Zu lieben was uns liebt gewünscht zur Ehe schreiten

Wo sich die Tugend so als die Vergnügung küßt:

So weiß ich daß kein Schatz vom irdischem Vergnügen

Demselben gleichen kan so itzt dem edlen Paar

In seine Seele fleußt in seinem Arm wird liegen

Und das den Anfang nimt so bald es Sternen klar.

So weiß ich auch zugleich daß weil der Eltern Freude

Durch seiner Kinder-Wohl zum höchsten Gipffel steigt

Des Edlen Vaters-Hertz anitzo über beyde

Sich so glückseelig preißt als wie vergnügt bezeugt.

Er kan die Früchte nun von seiner sorgfalt brechen.

Die Jungfer Tochter ziert des klugen Vaters-Zucht

Die Tugend soll vor mich das Wort am besten sprechen;

Herr – – – rede selbst warum er sie gesucht.

Der Wohlverdiente Mann wird zu sich selber sagen:

Daß Anmuht und Verstand ein löbliches Gemüht

Als wie ein Schatz bey ihm das Hertz davon getragen

Als ein Magnet, der mehr als was gemeines zieht.

Ein solches Kleinod ist bey wenigen finden:

Wo Tugend ausgesteurt ist oft die Schönheit nicht;

Wo aber Schönheit reitzt oft kein Verstand zu gründen:

Was aber nutzt ein Haus das schön und ohne Licht?

Bey einer dummen der Mann im finstern wohnen.

Unedle Schönheit ist ein solches heyraths-Gut

Das ohne Ruh und Lust bey mehr als tausend Cronen

Dem Mann im Ehestand gar schlechten Vortheil thut.

Wo aber Tugenden in reicher Anmuht lachen

Wo ein so kluger Geist wie bey der Edlen Braut

Da kan Herr – – – vergnügte Hochzeit machen

Da hat man seine Lust auf schönen Grund gebaut.

Bey andern sey der Tag ein Anfang schlimmer Zeiten

Da man an eine Frau sich ewig binden läst.

Allhier verkündigen der Braut Vortrefflichkeiten

Den süßen Lebens-Lauf auf dieses Hochzeit-Fest.

Sie wird Ihm Ihre Gunst stets abzumahlen wissen

Weil die geschickte Hand die Mahlerey versteht;

Biß sie durch seine Hülf ein Bildniß abgerissen

Das ihnen mit der Zeit gleicht und entgegen geht.

Den Kummer wenn er auch in dem gewünschten Stande

Zu finden möchte seyn vertreibt ihr Saiten-Spiel

Und wahre Gottes-Furcht wie in gelobten Lande-

Vor Davids-Harfen klang der Feind der Ruhe fiel.

Die Güte nun womit Herr – – mich verbunden

Mit dem diß Saal-Athen vor andern prangen kan

Verpflichtet mich demnach das bey den frohen Stunden

Ich diesen treuen Wunsch den andern zugethan:

Weil so viel Seltenheit dem Theuren Paar zueigen

So muß in ihrem Stand ein sonderbahres Glück

Ein großer Seegen sich ein reich vergnügen zeigen;

Die Anmuht küße sie bey jedem Augen-blick.

Des Edlen Vaters lust vermehren künftge Zeiten

Damit so ungemein auch seine Reit-Kunst sey

Wenn er die Enckel sieht auf ihren Stecken reiten

Ihn doch vergnügen mag die schlecht Reiterey.