Bey glücklicher jahr-feyer des crönungs- tages Seiner Königl. Mäjestät in Preuss...
Wjr haben nun ein jahr mit freuden hingelegt,
Seit dem der Preussen held die königs-crone trägt:
Wer Friedrichs thaten schätzet,
Der glaubt, es sey bereits ein
Wen fried und ruh ergetzet,
Der meinet, daß es kaum ein tag gewesen sey.
Wer freut sich nicht mit mir ob dieser güldnen zeit?
Mars steht in vollen waffen,
Und giebt der gantzen welt mehr, als sie wünscht, zu schaffen:
Bey uns rührt er sich auch; doch voll gerechtigkeit!
Da andre reiche schon auf ihr verderben zeigen,
So sieht man unsers steigen.
Durch wessen krafft, wo nicht durch dich, o Friderich?
Indem du fertig stehst, für deinen freund zu schlagen,
So hörest du zugleich auf deiner bürger klagen;
Und ist der tag so kurtz, nimmst du die nacht darzu.
Recht schaffen, kirchen bauen,
Sind dinge, die wir hier zu allen zeiten schauen.
Du hältst in einer hand Europ’ und Preussens ruh:
Nur ist der unterscheid,
Daß du den grund zur ersten mit dem degen,
Zur andern, wie bekannt, mit liebe pflegst zu legen.
Wiewohl du würdest nie mit krieg und waffen dräun,
Könt alle welt, wie du, nur klug und friedlich seyn.
O himmel! der du uns so hoch und theur beglückt,
Der du in einen held diß alles eingedrückt,
Was seiner väter geist nur eintzeln hat besessen;
Laß seiner jahre ziel nach der natur nicht messen!
Wir schaun, was uns vor dem in eilfen war gegeben:
Ach! laß ihn auch so lang, als ihrer eilfe, leben!