Bey Ubergebung seines Hertzens.

By Heinrich Mühlpfort

Nimm Clytie zu dem Geschencke

Mein Hertze weil mir Geld gebricht

Du siehst daß ich auff Liebe dencke

Die aller Schätze Schatz und Licht;

Und weil ich leben

Muß unter dir

So will ich geben

Zur Pflicht-Gebühr

Mein Hertze hier.

Erschrick nicht daß es so erzittert

Und sich in deinen Händen rührt

Die Brunst von der ein Hertze wütert

Das Liebesflammen in sich führt

Wird heller brennen

Bey dir mein Kind

Daß man kan kennen

Wie wir entzündt

In Liebe sind.

Verwundre nicht die grosse Hitze

Die sich in meinem Hertzen regt.

Empfind ich doch der Schönheit Blitze

Wormit mich stets dein Auge schlägt

Wilst du verdammen

Die linde Glut

Da ich doch Flammen

Nehr in dem Blut

Gantz wohlgemuth.

Du sprichst der Schnee an meinen Händen

Zerschmeltzt von diesem Hertzens-Brand.

Er hat mir Adern Marck und Lenden

Ja selbst das Leben umbgewandt.

Wie eine Kertze

Sich selbst verzehrt

So ist mein Hertze

In Staub und Erd

Durch diß gekehrt.

Nur

Daß du solst jedem zeigen an

Wie ich mein Hertze zu dem deinen

Hab aus verliebtem Sinn gethan.

Daß diß Geschencke

Man an das Ohr

Gleich Perlen hencke

Kommt wie ein Mor

Mir seltzam vor.

Laß andre Diamanten haben

Du trägst ein Kleinod das mehr wehrt.

Gold Silber sind des Glückes Gaben.

Die Liebe wird nur mit beschwehrt.

Die Zeit zerreibet

Der Perlen Zier

Mein Hertze bleibet

In Liebs-Begier

Verpflichtet dir.

Gilt doch dein Mund mehr als Corallen

Die Lippen mehr als ein Nubin.

Kein Demant kan mir so gefallen

Als deine Augen wenn sie blühn.

Du bist mein Leben

Mein höchstes Gut;

Der ich gegeben

In treuer Hut

Geist Hertz und Blut.