Beyschrifft an des berühmten Klaiens Göttlichen Leidens Gedichte
By Johann Klaj
Written 1636-01-01 - 1636-01-01
Hastu nicht mein werther Freund
Dein und meinen Seelenretter
Als des Davids letzten Vetter
(Eh ich dich zu kennen meint)
Angesungen in der Wiegen
Vnd gelobet sein Vermügen?
Du warst mit ihm in dem Stall
Da der Ochs und Mühlendiener
Standen bey dem Weltversühner;
Da der ekkte Feuerpall
Vnter Gottesburg erschiene
Heyden auch zu machen kühne.
Da der Morgenländer Cron
Vnd die Weißheit ihrer Städte
Ihre grosse Reise thäte
Bis zu Gottes-Jungfer-Sohn;
Da die Heydenschafft mit Gaben
Auch Erlösung wolten haben.
Dir ist auch nicht unbekand
Vnsers Kindes sein Elende
Als es auf der Flucht behende
Zog hin in der Heyden Land
Ascalons des wilden Heyden
Sein Erwürgen zu vermeiden.
Hastu nicht den Teuffelsman
Den ungleichen Welttyrannen
Vnd das herbe Weiberzannen
Greulich mit geführet an;
Seinen Hertzensschmertz und Qwelen
Weistu alles zu erzehlen.
Du läst ferner doch nicht seyn
Hin zu Gottes eignen Mauren
Eine Reise mit zu dauren
In dem zwölfften Jahresschein;
Du wirst von dem jungen Munde
Reden eine gute Stunde.
Salemsburg und Gotteshauß
Ihre Lehrer und die Lehre
Vnd der Hohenpriester Ehre
Werden da mit brechen rauß.
Vnsers Mitlers Wanderschafften
Dir auch im Gedächtniß hafften.
Itzo fertigt deine Kiel
Vnsers Bruders rote Wunden;
Fessel wormit er gebunden
Vnd des Leidens allzuviel:
Lauter blauvermengte Striemen
Von den Henkergeisselriemen.
Du besingest seinen Tod
Seine Marter seine Schmertzen
Seine Liebesbrunst von Hertzen
Wie er üm die unsre Noht
Sich hat aller unterfangen
Nur daß wir zu ihm gelangen.
Seinen rechten Freudentag
Wie den Tod er überwunden
Vnd die Seinen ihm entbunden
Wie mans nur beschreiben mag:
Daran hastu schon vor diesen
Ein recht Meisterstük erwiesen.
Seinen Höllenraub und Macht
Hastu mit so kluger Zungen
Wunderbarer Weiß gesungen
Als in einer mächtgen Schlacht:
Vnd beschreibst die Himmelsreise
Fast nach rechter Engelweise.
Wie nicht minder das Geschenk
Seines Geistes ausgegossen
Auf die Jüngerschafftsgenossen
Bistu gleichfals eingedenk.
Vnd besingst die Dreygeeinten
Die uns sogar treulich meinten.
Werde liebster Freund nicht laß
Fahre fort mit dem Gedichte
Auch zu reden vom Gerichte
Das die Bösen wird in Haß
Vnd in Frieden Fromme setzen.
Also kan man uns ergetzen