Bienenlied .

By Clemens Brentano

Ein Liedlein will ich singen,

Vom Honigvögelein,

Die hin und her sich schwingen,

Wie bunte Blumen seyn.

Das Völklein in dem Grünen,

Es schmauset auf der Weid,

Ich singe von den Bienen,

Auf dieser freien Haid.

Der Winter hält gefangen

Das zarte Jungfernvolk,

Bis daß der Schnee vergangen,

Frost, Schauer, Nebelwolk.

Und wann die Weste stimmen,

Nach linder Lenzen Art,

So machen sich die Immen

Auf ihre Blumenfarth.

Sie ziehen mit der Trummel,

Der Stachel weist das Schwerdt;

Ihr Brummel und Gehummel

Hat niemand noch gefährdt.

Sie nehmen sonder Morden

Den zarten Blumenraub,

Und ihre Beut ist worden

Der Baum und Blüthen Laub.

Wie sie die Wachsburg bauen,

Aus güldnem Pergament,

Kann niemand nicht beschauen,

Ja keines Künstlers Händ

Hat man so sehr bewundert,

Die Zimmerchen so gleich,

Sechseckigt ist gesondert

Das Honigkönigreich.

Man sieht sie friedlich leben

Ohn Eigennutz und Streit,

In steter Mühe weben,

Zu Lenz und Winterszeit;

Sie pflegen

Der Blumen Saft und Thau,

Und führen mit Behagen

Gesammt den Zuckerbau.