Bombice d’Amore. Aus dem welschen des Marini.
Ich bin mein eigner unglücks-schmid
Und, wie ein seiden-wurm, nur sinnreich mich zu kräncken.
Ich sollt’ auf wahre ruh gedencken,
Und bin um lauter angst bemüht.
Mein hertze nehret sich von dürren hoffnungs-blättern,
Und meine liebe sucht auf einen baum zu klettern,
Der weder frucht noch schatten geben kan.
Ich spinn’ und fange zwar viel schöne faden an.
Was aber sind es? nichts, als flatternde gedancken,
Die der begierden hand in meines hauptes schrancken,
Nur immer mehr und mehr verwickelt und verstrickt,
Bis sie der tod zerstückt.
So bau ich mir, o seltsames verhängniß!
Mit eigner hand und kunst ein bangsames gefängniß,
Und endlich gar mein eigen grab.