Böse weiber. * * v. L.

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Nichts ist auf erden über böse weiber

Sie fressen ihren männern aus das hertz;

Sie machen matt die sonsten frische leiber

Gebähren nichts als unruh sorgen schmertz

Sie saugen aus das marck aus allen beinen

Und machen sie durch zancken müd und faul

Daß sie gleich ausgedorrtem holtze scheinen

Und wie ein dürr und abgeschlagner gaul.

Man hört sie wie die bösen hunde bellen

Wenn sie einmal von zorn und grimm entbrandt;

Kein gutes wort kan sie zu frieden stellen

Sie wollen allzeit haben oberhand.

Der mann muß donner hagel hören stündlich

Es heist: du bettelhund bey tag und nacht;

Zu allen schlägen sind sie unempfindlich

Und werden ärger nur dadurch gemacht.