Bozzari

By Wilhelm Müller

Written 1810-01-01 - 1810-01-01

Freiheit! war sein letzter Hauch. Freiheit hat e nun gefunden.

Frei flog seine Heldenseele aus des Busens offnen Wunden

In das Reich der Freiheit auf. Oder will sie noch verweilen

Unter uns und jeden Kampf mit den Erdenbrüdern theilen?

O so sei gegrüßt im Streite, sei gegrüßt beim Siegesmahle!

Wollen dir die ersten Tropfen aus dem schäumenden Pokale

Auf den Grabeshügel schütten, und die ersten Lorbeerzweige

Auf den nassen Rasen legen. Freier, sel'ger Geist, dann neige

Segnend dich herab und fache hell in uns empor die Gluthen,

Die auch mit des Heldenblutes letztem Tropfen nicht verbluten,

Die noch heut' im Staube brennen unter Pylä's heil'gen Grüften,

Die auf Marathons Gefilden ewig wehen in den Lüften,

Die wir alle in uns trinken recht in vollen, heißen Zügen,

Wenn Bozzari's Nam' ertönt und uns ruft zu neuen Siegen.