Celadons abschied und seiner schäferin weh klage. † † †
Eleonora die betrübte
Gieng in dem grünen auf und ab
Als ihr der schäffer der geliebte
Den letzten kuß mit thränen gab.
Ach! sprach sie daß ich ietzt muß leben
Und meinem schäffer abschied geben.
Sie rung die liljen-weisse hände
Sie schrie mit lauter weh und ach!
Ach ich! ach ich! ach ich elende!
Ich bin für meine noth zu schwach!
Mein Celadon will von mir scheiden
Der mit mir pflag allhier zu weiden.
Sie schrie und sanck vor ohnmacht nieder
Red’ und bewegung starb in ihr.
Der athem fand sich endlich wieder;
Doch blieb die wehmuth für und für:
Sie schrie; doch sah man von der auen
Sie gantz erstarrt gen himmel schauen.
Die schäflein selbst die sah man klagen
Und traurig in dem grase gehn.
Klagt sprach sie denn in wenig tagen
Wird man nicht mehr mich weiden sehn.
Nehmt diesen crantz und diese myrthen
Und sucht euch einen andern hirten.
Der schäffer lieff sie auffzurichten
Sie schloß sich ihm um hals und mund;
Zeugt ihr sprach sie ihr nahen fichten
Was euch von meinen schmertzen kund.
So offt es nur beginnt zu tagen
Hört ihr Eleonoren klagen.
Mein Celadon du machst die schmertzen
Fieng sie zu ihrem schäfer an:
Du bist ein theil von meinem hertzen
So ich auch nimmer missen kan.
Du aber wilst ietzt von mir ziehen
Und die verliebte hürden fliehen.
Die schlancken arme wurden müde
Und Celadon von selben frey;
Wie klagst du sprach er zum abschiede;
Bin ich doch auch abwesend treu.
Ich schwere dir bey meiner heerde
Daß ich bich ewig lieben werde.
Sie küsten sich und weinten beyde.
Der schäfer fieng an fort zu gehn.
Sie lief ihm nach die gantze heyde
Um Celadon noch eins zu sehn
Woselbst sie mit gebrochner zungen
Jhm ferner also nachgesungen;
Zeuch hin GOtt sey dein gut geleite
Es kommt mir nun nicht mehr die zeit
Daß ich den frühling um dich spreite.
Zeuch hin o meine liebligkeit!
Zeuch hin und dencke deiner lieben
Die sich um deine trifft betrüben.
Zeuch hin zeuch! darauff schwieg sie stille
Die thränen flossen in die schooß
Die wiesen stunden sonder fülle
Die grünen wälder wurden bloß;
Sie aber ist mit blassen wangen
Bey dunckler nacht nach hause gangen.