Christus Rex CrucisFußnoten

By Anna Ovena Hoyers

Written 1617-01-01 - 1617-01-01

Christus des Creutzes König ist

Nach dem genennet wird ein Christ

Wie ihr mein' Kinder allzusamen

Auch seyt genant nach seinem Namen

Vnd in der Tauff darauff getaufft

Mit seinem teuren blut erkaufft;

Daß ihr ihm sollt seyn unterthan.

Darumb Caspar und Christian,

Auch Friedrich-Hermann, komm't heran

Seyt willig Gott wird helffen dann.

Maria und Christina beid

Macht euch zu folgen mit bereit.

Gehorchet ewer Mutter Rath

Begebt euch auff den engen pfath.

Führet würdig im Christenthum

Den Edlen Namen Gott zum ruhm;

Lebet alß Christen und Christinnen

Vnd folget nicht mehr ewern sinnen

In eigen will'n nutz lieb und Ehr

Wie von euch ist geschehn bißher:

Sondern geht unserm König nach

Ohn zorn und rach durch schimpff und schmach

In Lieb gedult zucht und demut:

So ihr das thut wird alles gut.

Gebet auff ewer sachen acht

Betet und wacht bey tag und nacht.

Lasst euch von freund Mann Weib und Kindern

An ewern guten Lauff nicht hindern;

Ew'r eigen Leib und Leben hasst

Nemet auff euch des Creutzes last;

Sie ist leicht dem der sich drinn übet

Ja sueß dem der den König liebet

Der für uns alle hat gestritten

Vmb unsernt willen viel gelitten:

Darumb seyt willig unterthan

Vnd stanthafft unter seiner Fahn

Alß tapffer Helden in dem streit

Beweiset ewer Mannlicheit

Wieder die drey haubt-feind zu kempffen

Satan Welt eigen fleisch zu dempffen

Goliat Saul und Absolon

Wie uns die Schrifft fürbildet schon.

Leset sie fleißig mit bedacht

Klaubt auß den kern gebt darauff acht

Bleibet nicht an den schalen hangen

Es ist ein bessers zu erlangen.

Ich sag' es euch in rechter trew

Das alte ist ein bilt auffs new:

Was dort außwendig ist geschehn

Das muß inwendig dir angehn:

Kehrt umb die augen seht einwertz

Gebt acht auff ewer eigen hertz

Da wohnt der Schalk da helt er hauß

Seyt fleißig treibt denselben auß

So werdet ihr noch hir auff Erden

Freyherrn und Freyherrinnen werden.

In die Rustkammer Pauli geht

Die bey seinen Ephesern steht.

Zieht an den harnisch nemt das Schwert

Setzt auff den Helm thut was er lehrt

Vnd seyt gestiefelt an den beinen

Der rechten Krieger art lasst scheinen.

Trett frisch her an steht Mann bey Mann

Greifft keck den Alten Adam an

Der sich in euch täglich auffrichtt

Wehrt tapffer euch schont seiner nicht

Leidt und vertragt seyt unverzagt

Bey ewerm Köning alles wagt

Er ist ew'r schutz und Auffenthalt

Wird helffen bald; drumb thut gewalt:

Fasst einen starcken helden muth

Setzet daran leib gut und blut.

Gleich wie die Kriegs-leut in der Welt

Nur umb vergänglich Ehr und gelt

Bey ihrem Haubtmann alles wagen

Kein last ist ihnen schwer zu tragen

Sie folgen willig an den orth

Da Leib und Seel offt wird ermordt:

Solt dann nun nicht ein Christ viel mehr

Zu erlangen die Ewig Ehr

Von diesem Herrn sich lassen führen?

Ist doch bey ihm nichts zu verliehren

Er gibt die allerbeste beut

Ewig Reichtumb und Herzlichkeit

Dazu ihr seyt geladen heut

Nemet in acht die Gnaden zeit

Vnd machet euch darin bereit.

Zu lohn ein Cron und Ehrenkleit

Auch Ewigwehrend freud ohn leit

Werdt ihr empfangen nach dem streit.

Dafur sey Gott beid nah' und weit

Gelobt und hoch gebenedeit

Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Christi Gülden Cron

Vnd das Ehrenkleit

Empfanget zu lohn

In der Herzlichkeit

Der in dieser zeit

Vberwindt im streit.

Habt Freud Im Herrn

Ihr Fromme Hertzen:

Er lindert gern

All ewer schmertzen;

Will verkehrn

In frölich schertzen.