D es A pollo A usspruch.

By Christian Friedrich Hunold

Apollo hatte kaum ihr klagen angehört

Als sein entbrandter Grimm in diese Worte brach:

Wie daß die dumme Welt die Majestät versehret

Und läuffet straffbarlich der eignen Schande nach?

Hierauff so muste gleich Mercur die Flügel schwingen

Er eilte wie ein Pfeil auff unser Saal-Athen

Des Fürsten wille war den Musen vorzubringen

Das kein Poete mehr gecrönet solte gehn.

Es wär nun überall was gantz gemeines worden

Daß itzt der Lorber-Crantz die Esels-Crone sey

Man schriebe sich hiermit in aller Hasen-Orden

Es sey nichts schimpflichers als die Poeterey.

Man sehe halb erstaunt bey den erblasten Leichen

Wie mancher Stümper sich um seine Zeit gebracht

Die Hunde möchten wohl den Versiver beseichen

Den seine Thorheit uns bißher bekandt gemacht.

Sie solten ihre Kunst noch dieser Warnung richten

Die ein gelehrter Mann vor seinen Abschied that:

Man lasse mir doch nichts noch meinen Tode dichten

Als was Geschicklichkeit zu vor poliret hat.

Magister-Grillen-Kopff der sein Barethgen nehme

Der machte vielen auch den Narren-Kasten auff.

Ja so ein Ignorant den Doctor-Hut bekäme

So schimpffte man noch mehrdurch schlimme Verse drauff.

Diß ließ die Majestät des Fürstens uns befehlen

Und sprach zur Poesie in heisser Lieb' entflammt:

Dir sol kein Räuber mehr den grünen Lorbeer stehlen

Dieweil der edle Zweig von hohen Göttern stammt.

Die Musen so uns stets als ihren Schutz-Gott lieben

Die wissen allb

Daß du ein hoher Trieb des Geistes bist geblieben

Daß Klugheit und Verstand dich nur anbethen muß.

Es sol kein Palatin mehr zehen Thaler nehmen

Denn dieses Kopff-Geld ist ein Bärenhenter-Lohn.

Die Musen werden sich dergleichen Thorheit schämen

Denn ihre Klugheit ehrt der Weißheit edlen Thron.