Danck-Lied vor den Seegen des Höchsten
Written 1640-01-01 - 1640-01-01
Es lobe was nur Athem hat
Des Höchsten überreiche Güte:
Er höret was der Arme bat
Neigt sein liebfreundlichstes Gemüthe
Entschleust die Menge seiner Schätze
Damit er sein Geschöpff ergötze.
Ihm stehn die Wolcken zu geboth
Sein Seegen schwängert Land und Auen;
Der Himmel muß so bald es Noth
Die lechzend dürre Frucht betauen
Er rufft die Wind' und heist sie fliehen
Läst jetzund Hitz jetzt Kält abziehen.
Nichts nichts ist daß er nicht verseh'
Auch offt durch ungemeine Weisen
Wir wissen nicht wie es gescheh
Und müssen nur sein Allmacht preisen
Die wie es dort und dar zublicken
Hier muß das gantze Werck beschicken.
Ach Vater segne dein Geschenck!
Gieb zu der Speise dein Gedeyen
Bleib deiner Kinder eingedenck
Versag uns nicht diß zu verleihen
Was deinen Bund mit uns bestättigt
Und die bemühte Seel ersättigt.
Der Mensch lebt nicht allein vom Brodt
Dein Wort ists Herr das uns ernehret
Was Irrdisch wird durch Zeit und Noth
Samt diesen Gliedern ausgezehret;
Dein Wort gibt Kräffte die nicht weichen
Ob wir des Grabes-Ziel erreichen.
Doch hast du hier noch einen Tisch
Vor uns mein Heyland zu bereitet
Krafft dessen man erquickt und frisch
Die Höll und Todes-Angst bestreitet!
Durch den man theilhafft deiner Wunden
Mit dir auf ewig wird verbunden.
O seelig wer das Abendmahl
Wird in dem Reich des Höchsten essen!
O seelig die den Freuden-Saal
Des La is schon jezt nach Wunsch besessen
Die schon von Ach und Leid entbunden
Sich zu der Hochzeit eingefunden.
Daß höchste Freuden-Mahl der Welt;
Ist kaum ein Schatten jener Wonne
Wenn hier vor Sünder diß bestellt.
Was wird die heil'ge Lebens-Sonne
Nicht Reinen dort vor Speiß aufsetzen
Die sie auf ewig wil ergötzen.
Es lobe was nur Athem hat
Des Höchsten überreiche Güte
Er höret was der Arme bat
Neigt sein höchstfreundliches Gemüthe
Entschleust die Menge seiner Schätze:
Damit er sein Geschöpff ergötze.