Dancksagung Des befreyten Unter-Rheins an Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenburg...
So recht du deutsches volck ihr tapfern Alemannen
Es kostet euch nur ernst die Frantzen zu verbannen.
So oft’ ihr euch am Rhein gerüstet lassen sehn
Kan schon von alters her kein Gallier bestehn.
Wo sind die rauber hin? ein zug hat sie zerstreuet
Und mein beschwerter strohm ist wiederumb befreyet.
Euch hab’ ich schon gedanckt beschirmer um den Mayn
Nun komm ich auch zu dir held an dem Unter-Rhein.
Jung und sieghaffter Held ruhm des berühmten Brennen
Wie würdig wird man itzt dich seinen folger nennen!
Fängt doch dein regiment mit solchen wundern an
Die Friedrich Wilhelm selbst im alter erst gethan.
Du treibst im ersten jahr dein und der welt gewerbe.
Du bringest deinen Freund zu seinem Königs-erbe.
Der vorschub deines heers befördert diesen schluß
Daß er so schwer es schien dennoch gelingen muß.
Du stärckst die Bataver deckst dein’ und ihre länder.
Du knüpffest in dem reich die allerfesten bänder.
Durch deinen klugen rath hat Teutschland sich vereint
Und schlägt mit einer hand den allgemeinen feind.
Jhr helden war dein wort die fürsten zu erwecken:
Welch ungeheures feur darf unsern Rhein erschrecken?
Ein volck dem vor der zeit vor unserm blick
Hat eines überfalls sich abermahls getraut.
Woher rührt dieser muth? das sind nicht ihre wercke.
Sie brauchen unsern zwist zu ihrer trägheit stärcke.
Bey unser einigkeit hat Cäsar auch gezagt;
Da itzt ein Königreich sich uns zu hönen wagt.
Seht doch den frevel an. Uns städt und land verheeren
Nennt
Uns die selbst Könige schreibt es gesetz und spruch;
Und daß wir uns verwahrt
Wie nun soll Gallien die teutschen ufer drängen?
Genug gedult gehabt der langmuth nachzuhängen.
Jhr helden wachet auf und samlet eure macht
Hier steht gantz Brandenburg für euch zu hauf gebracht;
Wir sind und heissen noch die streitbaren Germanen.
Der bund ward kaum beliebt so zogen deine fahnen.
Dein heer zu welches sich mehr völcker zugesellt
Schlug gleich bey Ordingen die dränger aus dem feld:
Nahm Rheinberg durch vergleich wie sie es eingenommen;
Und wo vor ehmahls selbst ihr König müssen kommen.
Jm frühling da man nun den grösten grimm befahrt
Verstärcktest du den zug mit deiner gegenwart.
Als hauptmann sah man dich vor deinen scharen ziehen
Und vor denselben her die wachen feinde fliehen:
Du zwangst in einem lauf das feste Käyserswerth:
Du wandtest dich nach Cölln das deinen schutz begehrt:
Erstiegst die Bonner-schantz’ und nach gelegten brücken
Befahlstu über mich die läger fortzurücken
Hier stundst du unbedeckt behertzter Friederich.
Wo aber bliebst denn du du grosser Ludewig?
Auf zwantzig meilen war kein mann von dir zu spüren
Obgleich du
Wilst du ein sieger seyn hier hätt’ es sich gehört.
Du aber siegest gern wenn keiner dich verstört.
Die Teutschen hätten wohl zu ernstlich mögen rechten.
Wo man dir widersteht verschmähestu zu fechten.
Hingegen Zepter-Fürst du stelltest dich vor Bonn.
Das feld diß Mont-Royal erschütterte davon.
Du liest auch dein Gemahl um deine läger sitzen
Durch dieser Pallas blick die kämpfer zu erhitzen.
Du hieltst und wartest lang’ ob ein entsatz zu sehn:
Allein sie kommen nicht wenn wir bewaffnet stehn.
Dem frieden einbruch thun beschleichen und verrathen
Sind ihrer tapferkeit bequeme wunderthaten.
Du grifst darauf den platz mit feuer-wercken an.
Du machtest dir zugleich die gegend unterthan
Hiest aus dem Trierischen den regen Boufler jagen;
Da Bonn indeß zerfiel von deiner mörser lagen.
Dein Weiler macht’ auch hier die feuers-macht bekand
Die ehmals schon Stetin und gantz Stralsund verbrand.
Doch als auch diß nicht half so musten deine hauffen
Mit einem vollen sturm an diese festung lauffen.
Der feind gestand es dir daß er dergleichen kampf
Noch nimmer nicht erlebt. Jhn würgte streich und dampf
Jhm halfen weder wehr noch burg noch hohe schantzen
Du mustest noch den tag die piquen darauf pflantzen.
So bald man zum gefecht das frohe zeichen gab
Sprang dein erhitztes volck von obenwerts hinab.
Du hattest nur bestimmt den graben einzunehmen;
Umsonst es must’ auch sich das ravelin bequemen.
Viel liefen ungezähmt gar auf den steilen wall.
Da merckte Hazefeld den vorgesetzten fall
Er eilte den vergleich nach deinem wunsch zu schliessen
Und dich der ihn bezwang als sieges-herrn zu grüssen.
Das heist den wetter-strahl glückselig ausgelegt
Der deinen nahmen strich und nun die Frantzen schlägt.
Der himmel der dein haupt nach deinem vater krönet
Hat mit der donnerkrafft desselben dich belehnet.
Welch grosses meister-stück für einen jungen held!
Du lagst wie dein soldat in offenem gezelt.
Dein erster feind ist gleich der allerstoltzste König.
Ein ander gegenpart war zum versuch zu wenig.
Du rittest vor den wall und auch auf kundschafft aus.
Wer redet nicht bestürtzt vom Poppelsdorfschen straus
Die kugeln schneyten recht die vor dir niederfielen.
Du lachtest der gefahr die auf dich schien zu zielen.
Du sahst den wercken zu und muntertest sie auf.
Du ordnetest den sturm und seinen gantzen lauf.
Und wie war überdiß dem thun so unterschieden!
Du stürmetest vor Bonn und schlost in Holstein frieden.
O weiser Fürst und held du dritter Friederich!
Dein Vater lebt in dir; o wie verehr’ ich dich!
Welch unerschöpffter rath muß deinen staat beseelen;
Doch welch ein löwen-hertz muß selbigem befehlen!
Kan mehr ein feldzug thun? du schlägst der Frantzen kern;
Du bringst den unter-Rhein an seinen rechten herrn.
Erhältst das platte land und zwingst zur übergabe
Die stärcksten festungen die ich am ufer habe.
Hat sich Tiberius ein mahl am Rhein gesetzt
Hab’ ich viel billiger dich dessen werth geschätzt.
Die Nyenpfen singen schon in ihren muschel-grotten
Von dir und deinem stern der freudigen Charlotten.
Weil mich dein helden-arm dem joche da entreist
Alwo mein fluß getheilt sich in das meer ergeust:
Wil ich auch deinen ruhm durch alle beyde thüren
In den welt-ocean nebst deinem nahmen führen.
Erst sag’ ichs Engeland wo man dich gerne sieht:
Wo dein Oranjen-stamm im dritten Wilhelm blüht.
Euch tastet Ludwig an er hat sich viel vermessen
Er dürffte sich den tod an den Orangen essen.
Hernachmahls mach’ ich es in Franckreich selbst bekant;
Sein König weiß es zwar doch nicht sein armes land.
Die Teutschen haben dort stets unterliegen müssen;
Nun soll man auch daselbst von ihren siegen wißen.
Allein noch nicht genug: beharret in dem streit.
Ermahne wie du thust das reich zur einigkeit.
Euch fürsten ist der Rhein ein gar zu enger schrancken;
Jhr müsset nach Paris zu euren alten Francken.
Der vorschlag scheinet schwer; doch nur im anbegin.
Fährst du so weiter fort führst du sie selbst dahin.
Jhr Teutschen habt ja Rom und dessen macht verschlungen
Das vormahls Gallien euch aber nie bezwungen.
Zogt ihr die meisterin das käyserthum zu euch;
Warum nicht die provintz der Frantzen königreich?
Dann wird an meiner statt die stoltze Sene beben
Und lernen daß annoch die schreck-Germanen leben.
Dann wird euch ingesamt ihr helden euer Rhein
Und dir der niedertheil auf ewig danckbar seyn!