Daniel Halbach von der Pforten und Maria Liedert

By Simon Dach

Written 1632-01-01 - 1632-01-01

Mein Apollo giebt mir nicht

Allzeit gleiche Lust zu singen:

Offtmals fleuget mein Geticht,

Daß die Ader mir wil springen,

Offtmals fühl' ich gar kein Blut

Vnd zu reimen keinen Muht.

Wie auch jetzund mir geschieht

Da mir Geist und Sinnen liegen,

Daß du auch kein Hochzeit-Lied

Schier, Herr Bräutgam, soltest kriegen,

Dem ich doch mein Säiten-Spiel

Schuldig halten muß und wil.

Vnd was läg' auch wol daran,

Ließ' ich gleich mich itzt nicht hören,

Weil zu deiner Hochzeit Pan

Selber kömpt mit seinen Röhren,

Vnd Naturen gantzer Pracht

Dir ein schönes Braut-Lied macht.

Wie bedient das Taglicht dich?

Lufft und Himmel müssen glentzen,

Vnd die Sonne mahlet sich

Auch nicht schöner in dem Lentzen,

Mehr die Nacht schenckt ihre Zier

Mit ergäntztem Monde dir.

Aber schläfft der Herbst hierbey?

Der wil gleichfals dir erweisen

Vnd für andern seine Trew

Mit den reiff-gewachsnen Speisen,

Denen Schmack und Anmuht schafft

Ceres und Lyeen Safft.

Werden diß nicht Zeichen seyn,

Daß euch krönen wird der Segen?

Vnd daß keines Mangels Pein

Sich umb ewer Hauß wird regen,

Sondern Gnüg' und Fruchtbarkeit

Euch umbfassen allezeit?

Solches schreibst du billich zu

Deines Vatters schönem Leben,

Welcher war der Musen Ruh,

Die noch jetzund ihn erheben

Vnd gestehn, daß seinem Fleiß

Mancher alles schuldig weis.

Hiezu kömpt auch dein Verstand

Vnd die Vnschuld deiner Jugend,

Die du einig hast gewandt

Auff die Wissenschaft und Tugend,

Dieß gestehen willig dir

Gleich wie Deutschland also wir.

Vnd wo bleibt die wehrte Braut?

Der sich Zucht sampt andern Gaben

Also reichlich anvertrawt

Als sie Frawen können haben,

Das von ihr der Löbenicht

Als ein wahres Zeugniß spricht?

O der angenehmen Glut,

Die entbrennt in ewren Hertzen

Vnd euch rührt das frische Blut!

Lebt, empfindet nirgends Schmertzen,

Auch die Kriegs-Noht halte Ruh

Vnd sag' ewre Liebe zu.

Mars räum' endlich unser Feld,

Endlich müß' er sich bedencken

Vnd sein blutiges Gezelt

Zu den Garamanten lencken

Oder wider den Euphrat,

Wir sind seiner mehr als satt.

Komm, du süsses Himmel-Kind,

Güldner Friede, laß dich schawen,

Seit daß wir dir frembde sind,

Was betritt uns Noht und Grawen,

Komm, wend ab das Hertzeleid,

Welches uns der Winter dreut.

Mitler weil, ihr süsses Paar,

Lebt gewünscht und fern von Leiden,

Werdet nicht der Angst gewahr

Für den süssen Liebes-Freuden,

Heyraht ist für alles gut,

Ja auch für die Krieges-Glut.