Danielis Heinsij Hymnus Oder Lobgesang Bacchi darinnen der gebrauch vnd missbrau...

By Martin Opitz

Was kan man besser thun den Abend vor der Faste

Als daß man Bacchus lobt dieweil man geht zu gaste

An einen guten Tisch? wir wissen nichts von leid

Gedencken wir an dich o Vater aller frewdt

Vnd auch deß süssen Weins! wen solte man vergleichen

Mit deiner starcken macht? die Götter müssen weichen

Dir der du einer bist vnd doch mehr namen hast

Nechst Jupiter allein als alle Götter fast.

Mir kommen in den Sinn auff eine zeit viel dinge

Ich weis nicht was ich erst was ich zu letzte singe.

Wie Jupiter mitblitz die Semele bedeckt

Vnd jhres leibes bürd in seine hüfft gesteckt.

Deß Donners Schwester kam der loh der heissen flammen

Vmbringte deinen leib schlug vber dir zusammen

Der blitz stund vmb dich her biß daß dein Vater kam

Vnd auß dem Fewer dich mit eignen Händen nam.

Nach dem du nuhn befreyt vnd auß der glut genommen

Bist du auch auß der hüfft des Jovis wieder kommen

Mehr als einmahl gebohrn diß hast du gar allein

Vnd keiner sonst mit dir im Himmel nicht gemein:

Wo aber ists geschehn? viel von den alten sagen

Es habe Nisa dich in Indien getragen;

Viel sagen es sey nicht ein jeder sagt das sein’

Ich meine daß du seyst geboren an dem Rein:

Da kömpt das edle naß nach Dordrecht abgefahren

Das Niederlandt erfrewt: da waren dein’ altaren

Da ist dein name noch der Spanier ob er wohl

Auch süsse trauben hat wird offte von dir vol.

Man lobt auch Creta tranck von wegen seiner gaben

Sie wolten dich sehr gern zu Jovis Landsman haben

Vnd Bürger dieses orts doch schaw du gar wohl zue

Daß man nicht auch dein grab den Völckern zeigen thue.

Von dar bist du zur stund den Göttin vbergeben

Die in dem weiten Meer vnd in dem Wasser leben.

Die haben dich bewahrt vnd wunderlich ernehrt

Als Juno wieder dich den harten zorn gekehrt.

Deß grossen Atlas Neef hat dich dahin thun müssen

Weil du die zunge schärffst daß vnsre reden fliessen

Wie susses honig fleust das honig das man glaubt

Das du wie auch den Wein den Menschen hast erlaubt.

Es ist mir zwar bewust das ander’ auch gestunden

Es hette Ph

Ich aber glaube so vnd meine daß der neidt

Auch in den Himmel reicht der sonst ist weit vnd breit.

Du hast der namen viel darauß dein lob zue sehen

Dein’ art vnd grosse krafft vnd was durch dich geschehen.

Die gantz ohn ende sein vnzehlich vnbekandt

Die Mahler schreiben auch die wunder an die wandt:

Ly

Die sinnen vnd verstandt vnd rhue der sorgen finden.

Doch warumb bist du nackt o Evan ohne scham

Vnd ohne Kleidt gemahlt? Weil du den lügen gram

Gar keine falschheit liebst. die warheit ligt verschlossen

In deinem süssen tranck vnd wan wir vns begossen

Da ist die zunge loß: das alles was der grundt

Deß Hertzens hat bedeckt kömpt häuffig auss den mund.

Vnd warumb bist du jung? Weil deine süsse gaben

Die runtzeln thun hinweg das alter gantz vergraben.

Was zeiget vns dann an dein dicker feister wanst?

Er zeiget daß du pein vnd leid vertragen kanst.

Auch deine trummel lehrt daß die dich nicht recht ehren

Vnd sauffen zu getrost nichts sehen vnd nichts hören

Vnd machen groß geschrey. die krone die du tregst

Ist Mutter deß geträncks dadurch du vns bewegst.

Viel haben Nomius den Namen dir gegeben

Dieweil du das gesetz vnd weise recht zu leben

Gebracht hast an den tag: darunter auch ist das

Daß niemand setzen darff den Becher oder Glaß

Es sey dann außgebohrt. wer diß gebot darff brechen

Muß noch einmahl daran vnd ohne wiedersprechen

Noch einen kehren vmb ich kenne manche wol

Die diese straffe nicht gar groß erschrecken sol.

Der name

Er trifft recht vber ein; du hast jhn auch besonder

Allzeit sehr lieb gehabt: weil dein Volck weit von list

Vnd scharffen sinnen ist du selber lustig bist.

Dann Liber wann du kömpst aus einem vollen hafen

Geflossen in den leib da werden auch die Sclaven

Zu Königen gemacht: die trawrigkeit vnd schmertz

Vergehen durch den trunck entbunden ist jhr hertz.

Doch worvon kömpt es her daß sie dir hörner geben?

Ists dannher weil du giebst den vnterhalt zu leben

Schenckst reichlich vnd vollauff daß alles da sein muß

Wann du vns nur berührst mit grossem vberfluß?

Ists wol von dem gebrauch der alten Welt geflossen

Dieweil sie nur den Wein in hörner eingegossen

Eh als man Goldt gekent? mehr oder das der Wein

Vns wilde macht wie sonst die hörner-thiere sein?

Ists ferner auch daß du von Ammon her bist kommen?

Vnd daß du allererst die Ochsen hast genommen

Vnd an den pflug gefügt? ists dan daß niemand kan

Vor dir versichert sein leuffst alle Menschen an?

Diß alles gibt man vor. doch mag ich dich was fragen

Ists nicht dieweil du machst die männer hörner tragen?

Dann wann die Frawen sind durch diß dein kraut erfrewt

So sind sie bey der lust vnd gehen was zu weit.

Man sagt daß Ph

Ein groß vnd schwer altar verbeint an allen seiten

Mit hörnern die jhm hat die Schwester zugestellt

Die manches Hörner-thier in Delos hat gefellt.

Vnd das gehöret dir o beide Sohn vnd Schwager

Deß grossen Jupiters o grosser Hörnertrager

Vnd das gehöret dir ein new-gebawt altar

In deiner Kirch’ vmbschrenckt mit hörnern gantz vnd gar.

Nun das gehöret dir. doch grösser solt’er werden

Als er zu Delos war dem schönsten ort’ auff Erden:

Wann jedermann der lebt die hörner brächt heran

Die jhm die liebste gibt er stieß’ am Himmel an.

Jacche gib mir doch so ich mich muß ergeben

Vnd wie der meiste theil mit einer Frawen leben

Daß nicht dein süsses gifft jhr werde viel gebracht

Auff daß sie jhren Mann nicht zum̃

Es ist vorh in genug daß auff Citherons spitzen

So manche

Daß

Wirfft jhren tollen Kopff vnd schreyet in die lufft

O Bassa rew laß mich doch mit den blettern decken

Die du tregst vmb das haupt; den süssen tranck auch schmecken

Den du gefunden hast der alle Menschen zwingt

Vmbgib mich mit der haut die deinen leib vmbringt.

Laß mir den holen stock den du tregst in den Händen

Wann mir der fuß entgeht thue vnfall von mir wenden

Spann auch die Tyger ein. ich nehm es alles an

Auff deinem Kopffe nur laß ich die hörner stahn.

Der Liebe stärcke hat dich off tmals vberwunden

Viel Nymphen haben dein mannhafftig hertz gebunden.

Es wird von Beroe der schönen viel gesagt

Die auch Neptuno lieb wie sehr sie dir behagt.

Wie Ampeli gelb’ haar von Zephyrus getrieben

Dein vnerlescht gemüth beweget hat zum lieben.

Wie daß dir durch den Stier vnd seinen grimmen todt

Dadurch er weggerafft erregt ward weh vnd noth.

Du wündschtest offtermals wie er auch zue verterben

Die Sonne nicht zu sehn du wündschtest offt zue sterben.

Doch Vater der du nur sihst stets deß Himmels licht

Vnd wohnst bey Phlegethon noch bey Cocytus nicht;

Das kompt den menschen zue die offters heute leben

Vnd einen tag darnach sich in das Grab begeben.

Sie mussen alle sehn wie frisch vnd wie gosund

Sie immer mögen sein den fchwartzen Höllenhund.

Doch dieses grosse leid ward gantz vnd gar versencket

Als du nach dem er todt den Weingart hast gescheucket.

Eubule lehre mich Limnaee sage frey

Wie doch der Traubensafft zu erst erfunden sey.

Die Griechen sein zue Wind vnd eitelkeit geneiget

Man list der Bock hat dir den Weinstock erst gezeiget.

Die aber so groß ding den theuren edlen Wein

Dem Bocke rechnen zue das mussen Böcke sein.

Es ist ein schädlich Thier das offte Stock vnd Trauben

Verterbet biß zu grund mit seinem steten klauben

Zureist die süsse frucht. Dannher auch kommen thut

Daß du gestillet wirst durch seinen Tod vnd Blut.

Durch die vrsachen ist vor zeiten auch entsprossen

Daß man den Bock zue erst geschlachtet vnd begossen

Mit lauter süssem Wein dau ward mit seiner haut

Ein lustig Spiel gemacht von vielen angeschaut.

Ein Spiel das Theseus selbst den Bawren hat ertichtet

Als er dein Freidenfest am ersten augerichtet.

Sie machen einen Sack dan springen sie darauff

Vnd fallen in den Sand der tolle volle hauff.

Hier mercken wir darauß das dis sind kale sachen

Vnd lügen ohne frucht gar billich außzulachen

Recht alter Weiber tand. doch gleich so wol der Bock

Ist nicht sehr wol daran verleuret seinen Rock.

Du hast das gülden’ Haar von Ampelus genommen

Verendert in die pflantz’ auß der der wein herkommen

Durch welches zue der Stund das Elend Weh vnd schmertz

Vnd leidige verdruß verlies dein traurig Hertz.

Ich lasse stehn den Kohl der von Lycurgus thränen

Soll her gebohren sein: will heute nichts erwehnen

Von Widerwertigkeit. Doch muß ich eine that

Erzehlen dir zueruhm so sich begeben hat.

Nach dem du auff die See vnd Wellen vbergeben

Da du in Thetis schoß versichert möchtest leben

Kamst wieder auff das land sahst du den Vogel stehn

Vnd machtest daß er must in furcht vnd zittern gehn.

Du schlugst jhn mit dem Spieß’ vnd hiltest jhn gebunden

Mit Reben vmb die Hand sein’ Augen die bestunden

Mit threnen vberdeckt; vnd zu derselben stundt

Kam im ein heßlich schleim geronnen auß dem mund.

Wohin er nur diß safft ließ auß den Augen fliessen

Ins Erdreichs dürre schoß da sah man kohl auffschiessen

Die wunderbare pflantz. dan wo sie jetzt noch steht

Ob gleich sonst Wein da wechst das Weinland das vergeth.

Drumb ist sie noch gesund nach dem man viel gehoben

Vnd das der dampff beginnt im Kopffe sehr zu toben

Vnd macht da grosse pein dann wird sie gutte kost;

Dann wer den schmertzen fühlt kompt wieder zu der lust.

Jacche sonder dich ist Venus als gebunden

Cupido ligt vnd schläfft kan niemand nit verwunden:

Kömpst aber du darzu dan fassen wir vns muth

Sind eiffrig zu dem thun dann thut das lieben gut.

Drumb hat man vor der zeit gepflegt auff den altaren

Der Griechen weitberhümbt mit Venus dich zu paren:

Dann ohne Bacchi safft vnd Ceres deine frucht

Ists mit dem lieben nichts vnd Venus giebt die flucht.

Die frewde kömpt von dir: wir seind ohn deine gaben

Schon vor dem Tode Todt vnd lebendig begraben.

Beschawt man vm̃ vnd vm̃ was doch wir Menschen sein

Das erst’ ist ach vnd weh das letzte noth vnd pein.

Mit threnen kömpt man an mit seufftzen weh vnd klagen

Geht man von da man kam mit hoffen vnd mit zagen

Vollführt man seinen lauff. schwebt also für vnd für

Ohn alle nutzbarkeit in eiteler begiehr.

Das leben ist ein Marckt zu dem wir Menschen lauffen

Vns Lust vnd Fröligkeit vor vnser Geld zu kauffen.

Wer da das meiste kriegt vnd legt die zeit wol an

Die jhm gegeben ist derselb’ ist wol daran.

Der rest ist als ein wind dann wann der Geist gezogen

Ist ein mahl auß dem Leib’ vnd auß dem Mund’ entflogen

Er bleibt so lange weg verlest vns hier ein’ hand

Zwey oder drey voll staub. das bleibet vnser pfand.

Die Blumen fallen ab das kraut vnd graß verderben

Vnd schiessen wieder auff; auch deine reben sterben

Vnd kommen wiederumb. die güldne Sonne steht

So offtmahls wieder auff als sie zu bette geht.

Wir wann wir einmal schon mit threnen sind begossen

Geschieden von der Welt vnd in den Sarch geschlossen

Wir bleiben da wir sein verwesen in der Erdt

Vnd niemand ist von vns der dann zü rücke kehrt.

Da gehn die sorgen hin darumb hast du erfunden

Die wunderliche pflantz mit welcher man die wunden

Dernoth vnd kummers heilt vnd treibet von der brust

Verdruß vnd durst zugleich kriegt fröligkeit vnd lust.

Deß Jupiters befehl dir jederzeit gefallen

Folgst jhm vnd wirst geliebt auch von den Göttern allen.

Ich nehme Ceres auß. Weil sie dich sehr verletzt

Vor diesem wie man sagt vnd hefftig auffgesetzt.

Es hat die sache sich nicht also längst verlauffen

Daß Jupiter zue jhm die Götter allzuhauffen

Beruffen vnd gefragt was doch das beste sey

Mit dem ein jeglicher den Menschen stünde bey.

Apollo trug die Harpff mit schöner Frucht der Erden

Kam Ceres in der hand Neptunus mit den Pferden

Osiris bracht’ auch was vnd Isis vnd der Pan

Mercurius die Zung die er wol brauchen kan.

Vulcanus seine Glut Mars starcke macht zue kriegen

Die Schwester Jupiters vnd Fraw jhr groß vermügen.

Da war kein ansehn nicht; sie trugen in gemein.

Auch Pallas jhren Baum vnd Bacchus seinen Wein.

Cupido war vorhin von Hause weggesendet

Auch Venus war nicht da; so daß jhm nicht verblendet

Durch sie das Antlitz ward. Viel sagten zu der stund

Das

Ein jeder sah’ auff sich versuchte zue beweisen

Daß seine Gab’ vnd Werck vor allen sey zue preisen.

Doch Bacchus lacht’ jhn an vnd macht’ jhn so viel weis

Tranck jhm so hefftig zue daß er behielt den preiß.

Die stoltze Ceres kont es aber nicht vertragen

Lieff eylend da hinweg vnd setzte sich zue Wagen

Vnd hat so viel gemacht durch Achelous raht

Daß sie deß Bacchus platz schier selber innen hat.

Ihr Koren wird gekocht wird von den Fewerfuncken

Vnd glut zu recht gebracht jhr Koren wird getruncken

Ihr Koren steigt ins Haupt vnd sonderlich mit Hopff

Gebreuet vnd vermengt verwüstet vns den Kopff.

Das kan man jetzt noch wol an vnsern Bauren spüren

Die von der Ceres Tranck ein seltzam wesen führen

Vnd kratzen sich herumb. Es ist ein frembd verstand

Das Koren trincken sie vnd brennen ab jhr Land.

Man kan der Ceres haß noch jetz in jhnen mercken:

Dann wann es kompt ins haupt begint sich auch zustercken

Trotz zanck vnd haß dann kompt das messer auff den hut

Die Kannen in die faust dann folget Menschenblut.

Du bist o

Hast von Natur vnd art gantz freundlich dich erzeiget:

Vnd allen guts gethan bist jederzeit jhr Gott

Ihr helffer schutz vnd schirm gewesen in der noth:

Ein trewer auffenthalt der Männer vnd der Frawen.

Kan man dasselbe nicht an Ariadna schawen?

Dann nach dem Theseus nun hinweg geflohen war

Auß Naxos von der Braut so fandst du sie alldar.

Sie rieff vnd schrey betrübt: Wie bistu so gesonnen

O Bürger von Athen wie bistu so entronnen?

Ach weh ach meinen schlaff! dein hartes falsches hertz

Bringt mich betrübte Magd in solches leid vnd schmertz.

Ich war in einem traum. Mich dauchte daß wir lagen

Zusammen mund an mund in euserstem behagen

Gemeiner Freud’ vnd lust. Ich stackte meine Hand

Nach Theseus in das Bett’ die Thesens doch nit fand.

Ich richtete mich auff im Schlaff’ vnd fühlte wider

Mit beyden armen vmb griff fleissig auff vnd nieder

Wo er dann muste sein. doch sucht’ ich hier vnd dort

So war es nur vmbsonst er war doch einmahl fort.

Wie elend seind wir doch! wir lassen vns berauben

Deß besten auff der Welt durch gar zu leichte glauben.

Hat eine Jungfraw dann nicht mehr die werthe kron

Das was sie noch behelt ist vnehr spot vnd hohn

Vergeben rew vnd leid. Ach möchte sichs begeben

Daß doch ein grimmig Thier abhülffe meinem leben

So nun beflecket ist. Ach daß der Hagel kem

Gefallen auß der lufft vnd mich von hinnen nem.

Wo soll ich arme hin? dies’ Insel ist geschlossen

Das Land ist vor mir zue darauß ich bin entsprossen

Vnd das vmb dich allein: bin deinet wegen bloß

Bin kommen in den tod auß meiner Mutter schoß.

Du Mörder hettest du ja müssen dich befohren

Vor deines Vaters zorn mich die ich bin gebohren

Von Königlichem stamm bey allen wolbekant

Bey allen hoch geschätzt zue führen in das Land:

Zum minsten hett’ ich doch gedient zu andern sachen

Dir fleissig nachzugehn dein Bette recht zu machen.

Zum minsten hett ich dich zue sehen recht vnd fug;

Ich könte Theseus sehn das were mir genug.

Nun sterb’ ich ohne dich. diß sind die Hochzeit gaben

Die Theseus mir verehrt; ein’ Insel sol ich haben

See Wind vnd rawe Lufft. Ach meineid ohne maß

Er lest hier seine Braut den Vögeln für ein aaß.

Diß ist die grosse Trew die du mir hast gegeben

Als ich mit meiner hand zuevor beschützt dein Leben

Vnd von dem Tod’ erlöst. Ach! daß doch keine Fraw

Den Männern nach der zeit vnd jhrem Eyde traw.

Dann wann sie hitzig sein vnd was von vns begehren

Da hört man sie sich hoch verbinden vnd verschweren:

Ist nachmals jhre lust von vns geschöpfft dahin

Sind alle glatte Wort’ vnd zuesag’ auß dem sinn.

In dem sie also sitzt mit kummer vberlauffen

Vnd schmertzlich sich beklagt kömpt Bacchus vnd sein hauffen.

Die tolle volle schar hüpfft frölich in die lufft

Vnd schmeist den kopff empor auß trunckenheit vnd rufft:

O Evan Evoe. zehn wüttende M

Gehn vmb die gutschen her vnd auch so viel L

Sie trugen einen Spieß ein’ jeglich’ in gemein

Bekleidet rings herumb mit blettern von dem Wein.

Der Satyren Volck sprang Silenus aller truncken

Auff seinem Esel kam fein langsam nachgehuncken

Trug eine Kanne Wein vnd in der lincken hand

Die schwinge dem geschirr deß heiligthumbs verwand.

Ein par der Götter trug den zeug in zweyen Kisten

Damit man dir bey Nacht dein Fest pflegt zuzurüsten:

Der Maron folgte nach vnd kühlte seine brust

Die hitzig worden war mit süssem newen Most.

Hernach kam Staphylus der Meister in dem sauffen

Der kahle Botrus auch kam mit dem hellen hauffen:

Vnd Methe starrend voll das vnverschämpte Weib

Fiel offters in dem gehn Sylvanus auff den Leib.

Viel Paucken hörte man weit vber alle Felder

Viel Cimbeln klungen sehr durch Naxos wüste Wälder:

Auch Echo selber schrey vor allen in die höh

Vnd rieff so sehr sie mocht: o Evan Evoe.

Wie er nun also zeicht ersieht er in dem fahren

Das schöne Minos Kind: Die braunen Augen waren

Von zehren noch genetzt. Gleich wie das grüne graß

Wird durch den süssen taw zue zeit deß Mayens naß.

In dem Aurora ist deß Morgends auffgegangen:

So stund das Wasser noch auff jhren rothen Wangen

Das Haar hing ohne band vnd lag auff ihrer Schoß

Ihr Kleid stund auffgemacht die Brüste waren bloß.

Die Haube weit hinweg geworffen von der stellen

An der sie selber saß lag bey deß Meeres Wellen

Die spielten fast darmit: Was höher jhr zur hand

Lag jhr zudrückter Rock vnd Brusttuch in dem Sand.

Sie rieff noch Theseus an vnd warff die zarten armen;

Vor welchen Bacchus kam sich jhrer zuerbarmen

Vnd sah sie lieblich an vnd nahm ein Rebenblat

Das Wasser weg zuethun das jhr mit hauffen trat

Auß jhrer Augen bach. Er hielt mit seinem Wagen

Vnd sagte: liebes Kind was hilfft dich doch das klag en

Vnd sehnliche geschrey? Ist Theseus weg dein Mann

Ich wil dein Theseus sein. Sieh mich doch einmal an.

Sohlag doch dein angesicht nicht nieder. laß doch fahren

Das was du jetzund denckst laß mich nun mit dir paren.

Ich bin der grosse Gott der traurigkeit vnd pein

Beseite stellen kan durch seinen edlen Wein.

Minois Tochter schwieg ließ von der seiten schiessen

Ihr Angesicht auff jhn. Das rührte dein gewissen

O Evan Evoe. Bald wieder auff der stet

Warff sie ein aug’ auff dich das noch viel besser thet.

Das war genung gesagt vor Menschen vnd vor Götter.

Schweigt eine Jungfraw gleich hier sind doch die verräter.

Es ist ein wundervolck sehr listig in dem grund

Sie sagen ohne zung vnd reden ohne mund.

O Evan Evoe du Gott der Süssen Reben

Da thetest du jhr bald zu beyden seiten geben

Gar einen zarten kuß: Hast jhr ein Bett bedeckt

Von deinem Hindenfell vnd in den Sand gestreckt.

Man sahe guten Wein da wachsen zue der stunden

Viel tausend Blumen sich an dem gestade funden

Die See lag still vnd stumm. Der Wind war gantz in rhue

Doch Zephyrus allein sah’ ewrer Liebe zue

Vnd bließ Violen auß vnd Rosen euch zue ehren

Die Göttin Venus selbst hieß sich mit Myrten mehren

Die Stelle da jhr lagt die sie mit jhrer hand

An deine Reben flocht’ vnd zue einander band.

Da lagt jhr gantz den tag. Mimallones die lieffen

Gantz rasend vmb vnd vmb. Die Satyri auch rieffen

O Evan Evoe: doch Evan gab nicht acht

War embsig auff das spiel der Liebe nur bedacht.

Nach dem der süsse streit zue seinem ende kommen

Hat er die newe Braut auff seine Kutsch genommen

Sie bey das Bild das kniet mit sich geführt davon

Vnd in die lufft gestelt die schöne güldne Kron.

Die kömpt noch jetzt zu paß wan die Liebhaber messen

Deß Meeres blawe Feld. Es ist noch nicht vergessen

Gar offt ist einer jetzt der vmb die Krone fragt

Vnd seiner Reisepursch den ersten vrsprung sagt.

Ich denck’ auch wie durch dich Vulcanus in den orden

Der Götter wioder kam als jhm verbotten worden

Bey jhnen mehr zue sein vnd mit der starcken hand

Vom grimmen Jupiter gestürtzt war auff das Land

In Lemuos hart vnd dürr voll beulen vnd voll wunden

An beyden Seiten lahm. Da hastu eilend funden

Gar einen newen fund. Du hast Silenus Pferd

Den Esel an den schwantz gezeumt vnd vmbgekehrt

Den Knecht darauff gesetzt. So kam er her geritten

Vnd klagte Jupiter was schmertzen er erlitten

Griff an den lamen fuß. Er schrey so grausam wild

Daß Jupiter sich selbst deß lachens nicht enthielt

Vnd ließ jhm seinen ort. Dannher auch ist es kommen

Daß Juno wieder dich in jhre gunst genommen

Dieweil du jhren Sohn so artlich hast bedacht

Vnd jhn in seinen platz vnd alte stelle bracht

Nun diß sey alles war. So wusten viel Poeten

Vorhin nicht wie du dich gewagt in grossen nöthen.

Sie sagten dein gemüth das thete blos bestehn

In eiteler begiehr den Weibern nachzuegehn.

Ich aber Evan weis das

Als

Du stundtst nechst Jupiter gabst Rh

In Löwens art verkehrt daß er zur Erden schoß.

Er rollte berghinab zwo nacht vnd zwene Tage

Biß daß er nieder kam vnd auff der Erden lage.

Dein Vatter als er sah die that so du vollbracht

Gab einen Donnerschlag zue Ehren deiner macht.

Der Himmel schwitzte selbst

Porphyrion sah zu begonte zu verbleichen

Vnd Jupiter hieß dich o Evan zu der zeit

Vor aller Götter zahl den Meister in dem streit.

Mars muste selber sehn verwahrt an allen enden

Daß du den ersten preiß geführt in deinen händen.

Du sassest oben an vnd dir zu grossem danck

Gab Ganymedes erst den Becher mit dem tranck.

Den hast du noch voll Blut voll schweiß vnd gantz beweget

Genommen in die faust auff dreymal hingeleget.

Die Götter waren fro ein jeder rieff vnd schrey:

Durch dich durch dich allein o Evan sind wir frey.

Bald hieß jhm Jupiter den grossen becher geben

Vnd ließ jhn gehn vmbher auff aller Götter Leben:

So daß die meinung mir in mein gemüte kömpt

Daß der gesundheit trunck dannher den vrsprung nimpt.

Sie pflegen offtermals sechs Gläser auß zuesauffen

Vnd auch bißweilen mehr mit solchem grossen haussen

Biß daß sie letzlich noch deß Fasses Meister sein.

Vor mich ist gar genug ein Kleeblat nur allein.

Nicht mehr begehr ich mir. Das erste vor den Magen

Das ander für die Lieb’ vnd freundliches behagen

Das dritte nehm’ ich auch; dieweil der schlaff vnd rhue

Durch diß verursacht wird vnd deckt die sorgen zue.

Auch ist der Gratien zahl diese welche geben

Genügen frewd’ vnd lust vnd selbst bey Venus leben.

Wer dreymahl dieses thut vnd so vmbher lest gehn

Der bleibet in der zahl deß

Orontes weiß auch wohl wie daß du vberwunden

Die Feinde mit dem spieß mit Trauben vmbgebunden.

Dann hierumb haben sie Thriambus dich genant

Weil du mit rechte dich rühmst deiner starcken hand

Vnd daß du kamst gekrönt mit blettern von den Feigen

Vnd thetest deine krafft den Indianern zeigen

Den Feinden nur zu hohn nach dem du grosser Held

Mit vnerhörter macht Deriades gefellt.

Selbst Juno bebete vor deinen grimmen Thieren

Als sie dieselben dich sah’ an dem Zaume führen

Zwey Panther die im haupt zwey augen hatten stehn

Den Fewerkolen gleich. man sahe flammen gehn

Auß jhrer Nasen her den schaum mit grossem hauffen

Als flocken einer glut auß jhrem mundelauffen

Rund vmb den heissen zaum. So kamest du heran

Mit einem newen Rock’ auffs herrlichst’ angethan.

Der Rock wahr allerseits mit Kräutern außgeziehret

Vnd Blumen frembder art durch welche wird gespüret

Dein’ Art vnd grosse Macht. Gewalt vnd Tyranney

Gieng dir zur lincken hand; die Thorheit sas darbey:

Die Gramschafft vnd der Zanck die Furcht vnd böse Reden

Die Freyheitgantz entblöst die Tugend vnd viel Schäden

Die Gicht vnd Hauptweh auch so noch gern vmb dich sein

Vnd werden auch durch dich gezeuget auß dem wein.

Du bist von grosser macht. Diana wird geliebet

Von dem der auss der Jagt sich mit dem hetzen vbet.

Der Venus Mann der hat die Schmied’ in seiner hand.

Apollo wird gekennt bey Leuten von verstand.

Neptunus wird geehrt von seinen Boßgesellen

Die auff dem Wasser sein vnd lauffen durch die Wellen:

Doch alle Jäger Schmied Gelehrter Stewermann

Er sey auch wer er sey der betet Bacchus an.

Sie trincken allzuemal vnd wündtschen sich zue laben

Mit deiner süssigkeit vnd vnverfälscht zue haben

Den guten Reinschen Wein du magst die Welt durch gehn

Ein jeder siht dich gern auff seiner Tafel stehn.

Man sagt daß Cato selbst ein man zu ernst gebohren

Vnd allzeit vnbewegt vnd allzeit vnbeschoren

Ihm offtermahls mit dir hat seine lust gemacht

Ja Socrates hat selbst nicht lange sich bedacht.

Diß ist der Mann gewest durch dessen Kunst wir wissen

Einscheumig frisches Glaß recht auß vnd ein zugissen

Nit groß vnd vngeschickt das bald herumb auch geht

Auß welchem Freudenspiel vnd gut gespräch’ entsteht.

Das ist genung vorauß. Die tollen Moscowiten

Die mögen jhren Hals gantz häufsigvberschütten

Mit jauchtzen vnd geschrey. Ich aber thue bescheid

Zu mehrung meiner lust vnd rechten fröligkeit.

Das mittel das ist gut. Wer drüber ein wil schencken

Der mag auff Pholus sehn vnd auff Hyl

Zuevor Jcarius der lehret recht vnd wol

Wie man das mittelmaß im Trincken halten sol.

Dann da du jhn verehrt als du zu jhm bist kommen

Mit einer Flaschen Wein hat er sie erst genommen

Den Bauren mitgetheilt das jhm nicht wol bekam;

Dann jeder hitzig ward vnd seinen Flegel nahm

Vnd schmissen auff jhn zue biß daß er hat sein Leben

Im sande jämmerlich ermordet auffgegeben.

Doch Evan es ward jhm der Tochter vnd dem Hund’

Ein schöner platz durch dich hoch in der lufft vergunt.

Triambe sey gegrüst o Herscher aller Feinde

Großhertzig starck von krafft beschützer deiner freunde

Vnd die dir folge thun. Doch warlich wer von dir

Nicht wol bescheiden redt der siht sich vbel für.

Leu conoe war toll’ hieß deine Priester lügen

Vnd Lachte dein Volck auß: muß jetzt derhalben fligen

Deß Abends vnd bey nacht. So kamen auch innoth

Die Schiffer so mit dir nur treiben jhren spot

Gleich werest du noch jung. Sie worden bald verkehret

Ihr Segel Ruder Mast vnd Schiffzeig ward verzehret

Mit rancken gantz vmbringt. Auff allen seiten her

Ward jhr gewaltig Schiff von deinen trauben schwer.

Ich wündtschte daß mein Feind sich dir entgegen setzte

Er sol gewißlich sehn daß niemand dich verletzte

Lyaee der hierumb nicht straffe leiden muß

Du zeuchst vns in das Haupt vnd greiffest doch den Fus.

Der andern Götter pracht muß niemand etwas sparen

An reichem Kirchenbaw an köstlichen Altaren

Die der gemeine Mann auffs beste streicht herauß.

Du aber hast erwehlt die Kanne für dein Hauß.

In dieser Kirchen steht dein werck dein thun vnd wesen

In dieser wird von dir gesungen vnd gelesen.

Da wohnet neben dir die Lust vnd Fröligkeit

Der Trost die Liebe selbst vnd alle gutte zeit.

Da wohnt der süsse schlaff der alle pein kan temmen

Ernewern vnsern muth die sinnen vberschwemmen

Mit wahn der waren lust dem Bruder Ikelos

Vnd der dir offtmals folgt dem Sohne Phantasos.

So bald wir den geruch darvon durch dich empfinden

So wollen wir empor wir lassen vns nicht binden

Hertz Sinnen vnd Verstand sie sein auch wo sie sein

Die kommen gantz zu hauff’ vnd fliegen vmb den wein.

Da sind wir vber vns gehn weit von allen nöthen

Auff Heliconis Haupt. Drumb sind auch die Poeten

O Vater dir vertrawt. Diß Volck ist so daran

Daß es vor allen nicht viel noth vertragen kan.

Im fall sie deine Milch so wunderlieblich springen

In einer schalen sehn beginnen sie zue singen.

Vnd wann du in sie kompst da wird jhr Hertze loß

Da ist nichts Menschlichs da da machen sie sich groß.

Dann lassen sie den fluß auß Castalis wol fahren

Vnd wissen

Wie trefflich sie auch ist. Drumb raset Griechenland

So den Poeten nichts als Wasser zueerkandt.

O Vatter das ist recht vor Schaff vnd grobe Rinder

Nicht vor ein hoch gemüth nicht vor Apollos Kinder

Die ware Meister sind deß Todes vnd der Zeit

Durch jhr vnsterblich Lob vor beyden wol befreyt

Doch dem Thebanschen Schwan dem kan ich’s nit vergeben

Wie hoch er immer redt wie hoch er auch magschweben.

Was kompt jhm in den sinn als er sein Lied begint

Vnd sagt das Wasset ist das beste das man findt?

Ismenus muste sein von wunderlichen Gaben

Vnd wohl dem Weine gleich daß ihn der Mann erhaben

So vber alle ding’ Er mag auch fellt mir ein

Vieleicht in deiner Stadt nie Bürger worden sein.

Homerus der hat recht der Vater vnser allen

Er lest den klaren Wein jhm trefflich wolgefallen

Vnd redt von seiner krafft so wol so wunderfrey

Daß scheint er dazumahl recht satt gewesen sey.

Secht doch Achilles an so bald Vlysses kommen

Vnd auch sein Mittgesell’ er hat den Krug genommen

Den jhnen zugebracht zürnt er schon gantz vnd gar

Vmb daß Brisets jhm mit macht genommen war.

Laertis weiser Sohn will nicht den anfang inachen

Von seiner grossen Reis’ vnd wunderlichen sachen:

Eh Polyphemus kömpt vnd Scylla auff die bahn

Hebt er zue allererst von deinen gaben an.

Hat Orpheus nicht begunt die Völcker erst zue lehren

O Sohn deß Jupiters die weise dich zue ehren?

Von seiner grossen Kunst vnd Cither weit bekandt.

Wird auch dein hoher Berg

Cratinussprach daß die so sich mit Wasser plagen

Von nichts als gauckeley vnd thorhett köndten sagen;

Weil deine frucht vns auch hoch aufführt von der Erd

So sagt’ er daß der Wein sey der Poeten Pferd.

Schaw doch Anacreon was der hat fürgegeben?

Nicht Cadmi reise lob nicht Agamemnons Leben

Gleich wie er selber sagt; es ist sein gantz gesang

Nur Venus vnd jhr Sohn vnd Bacchi milter tranck.

Der Kruß der ist sein Schild auff welchem er wil tragen

Nicht Orionis schwerdt auch nicht der Sonnen wagen

Nicht Sternen auß der Lufft. Erwill allein für sich

Euch drey: der Venus Sohn sein Lieb vnd Bacche dich.

Vnd dannher glaubet man daß du meist aufferzogen

Von

Vnd auff Parnassus wohnst. Es halten jetzund noch

Auch die Göttinnen dich vnd du sie wiederhoch.

Man höret vberall die seitten von dirklingen

In jeglichem gelach von deinen Gaben singen

Vnd deiner süssigkeit. Ich kan auch glauben fast

Daß du den Cadmus wol zum altervater hast

Der von Agenor ward gesendet zue erkunden

Das was er doch nicht fand was bessers hat gefunden

Die Buchstabn vns erdacht vnd selbst mit eigner hand

Die hohe wissenschafft gepflantzt durch Griechenland.

O Risen-tödter groß o Blitzeskind o Hasser

Der trawrigkeit vnd angst. O arger Feind dem Wasser!

Ich fühle deine macht O Vater ich geh krumb

Nach deinem süssen safft der kopff der laufft mir vmb.

Zwey Sonnen seh ich da vnd zwene Monden stehen

Ich sehe recht vor mir viel Spieß’ vnd Fahnen gehen

Das Hertze brennet mir. O Phanes meinen Fuß.

Mein Sinn von dir entzündt macht daß ich straucheln muß.

O Evan ich bin hoch biß in die lufft gestiegen

Kan sehen vnter mir viel Land vnd Städte liegen.

Thyoneu, Bugenes, wie kömpt mir alles für?

Wo bin ich? Seh’ ich nicht dein Ochsenhaupt allhier?

Cithaeron steht im brand. Ich sehe zweene hauffen

Der Weiber auff jhm gehn vnd Bassaris auch lauffen

Mit heßlichem Geschrey. Ihr Spies steht vndersich

Die bletter sein herab. Sie will ja nicht auff mich?

Die Zöpffe seh ich jhr zum theil hernider hangen;

Vnd thuiles sind empor vermengt mit vielen schlangen

Die kriechen hin vnd her vnd wenden sich im lauff

Vnd steigen auß dem mund’ an jhren haaren auff.

Wo soll ich hin dann gehn? was sol das hertzen dringen?

Wie seltzam wird mir doch? Mein haupt das wil zuspringen.

O Evan Evoe zugleicht Kind vnd Mann

O Sabon Indier Osiris vnd auch Pan.

Denys Hymenean Evasta Sinnen-brecher

Lenaee Ligyreu du Schnarcher du Groß-sprecher

Du Mörder aller pein du wunderstarcker Gott

O Hyeu Nysean Päan Iraphiot.

Nacht-läuffer Hüffte-sohn Hochschreyer Lüfftenspringer

Gut-geber Liebes-freünd Haupt-brecher Löwen-zwinger

Hertz-fänger Hertzendieb Mund-binder Sinnen-toll

Geist-rührer Wackelfuß Stadt-kreischer Allzeit- voll.

O Dityrambe groß vom Vater auch gebohren

Nicht von der Mutter nur O Stiffter außerkohren

Der Lust vnd Fröligkeit. Ernehret in der flut

Fraw Jüngling Gott vnd stier gekommen aus der glut.

Die Zunge klebt mir an

Gebt was zutrincken her so kan ich recht genesen.

Die Nymphen jaget weg vnd schenckt mir etwas ein

So geht mein kummer fort vnd ich kan lustig sein.

Was folgest du mir nach? Wann hab’ ich dich verletzet

Daß du mich straucheln lest? Ich habe nie geschwetzet

Aus deinem Heiligthumb. Lycurgi böse that

Vnd

Wo sol ich hin? sol ich wie du vorvielen Jahren

Hin in das wüste Meer? Wer wird mich da bewahren?

Du lieber hattest ja in

Leucothean verwand Neptunus war dein Ohm.

Viel lieber wil ich sein getaucht in deine Wellen

Die all’ vnsterbligkeit beseite können stellen

Vnd lassen vnser Hertz biß an den Himmel gehn

Vnd vnsern hohen sinn auch bey den Göttern stehn.

Kömpst du vns in den Kopff du rückst vns von der Erden

Daß vnser Hertz vnd sinn voll muth voll Geistes werden

Verlachen nur den Tod thun vnter vnsern Fuß

Das häßliche geschrey aus Acherontis fluß.

Licnita sey gegrüst du bangigkeit vertreiber

Vnd folge mir hernach zue vnserm Herren Schreiber

Der diesen Abend noch wil sustig sein mit mir

Vnd wartet meiner schon mit gutem Malvasier.