Das beste Andencken

By Hans Aßmann von Abschatz

Written 1672-01-01 - 1672-01-01

Was ist o Himmels-Fürst der Mensch die Hand voll Koth

Daß du ihm unverdient so holde Liebe schenckest?

Was treibt dich grosser GOTT

Daß du so väterlich an Adams Erben denckest?

Auff Erden ruht dein Fuß im Himmel ist dein Thron

Du bist der Heilige der Starcke der Gerechte

Der Mensch ist spröder Thon

Befleckt ohnmächtig kranck ein sündliches Geschlechte.

Doch hältstu über ihm genädig Aug' und Hand

Es wallet gegen ihm dein brennendes Gemütte

Dein Sohn ist selbst das Pfand

Der ungefärbten Huld ein Zeuge deiner Gütte.

Wie aber denckt o Gott! der schnöde Mensch an dich

Hier ist nur Undanck und Vergessenheit zu finden

Erforsch ich selber mich

So seh ich alle Spur der Danckbarkeit verschwinden.

Ich denck am meisten wie mirs zeitlich gehe wohl

Und lasse hin und her zerstreute Sinnen wancken;

Was ich bedencken soll

Drauff richt ich offtermahls nur flüchtige Gedancken.

Ich bin mir wenig Lieb' und Treu zu dir bewußt

Drum muß mich schwartze Reu' und bange Furcht bekräncken

Es kocht in meiner Brust

Gehäuffter Sünden Schuld betrübtes Angedencken.

Ich leider! bins der dich o Heyland band und schlug

Der dein geängstes Haubt mit Sünden-Dornen rizte

Dir Holtz zum Creutze trug

Und selbst für Hand und Fuß die scharffen Nägel spizte.

Ach Herr gedencke nicht die Schulden junger Zeit

Noch wie ich war bedacht das Sünden-Maaß zu füllen

Denck in Barmhertzigkeit

An mich und deinen Sohn um deiner Gütte willen.

Denckst du in Gnaden mein so bin ich wohl bedacht

Mein Frevel aber bleibt in Ewigkeit vergessen.

Nun Erde gutte Nacht!

Ich dencke nur an den des Liebe nicht zu messen.