Das bucklige Männlein

By Ludwig Achim von Arnim

Written 1806-01-01 - 1806-01-01

Will ich in mein Gärtlein gehn,

Will mein Zwiebeln gießen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Fängt als an zu nießen.

Will ich in mein Küchel gehn,

Will mein Süpplein kochen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Hat mein Töpflein brochen.

Will ich in mein Stüblein gehn,

Will mein Müßlein essen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Hats schon halber gessen.

Will ich auf mein Boden gehn,

Will mein Hölzlein holen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Hat mirs halber g'stohlen.

Will ich in mein Keller gehn,

Will mein Weinlein zapfen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Thut mir'n Krug wegschnappen.

Setz ich mich ans Rädlein hin,

Will mein Fädlein drehen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Läßt mirs Rad nicht gehen.

Geh ich in mein Kämmerlein,

Will mein Bettlein machen;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Fängt als an zu lachen.

Wenn ich an mein Bänklein knie,

Will ein bislein beten;

Steht ein bucklicht Männlein da,

Fängt als an zu reden.

Liebes Kindlein, ach ich bitt,

Bet' für's bucklicht Männlein mit!