Das dankbahre Herz bei der Empfin- dung der Güte GOttes nach vollbrachter Erndte...
Grosser Schöpfer! deine Gaben,
Und die Sprossen deiner Güt
Die die Zungen reichlich laben,
Die erfreuen das Gemüth,
Treiben mich in holden Singen,
Ein Dankopfer Dir zu bringen.
Welch ein überreicher Seegen,
Deiner ewgen Gütigkeit,
Hat uns durch ein wallend Regen,
Fetter Frucht, das Herz erfreut!
Da der Felder dichte Halmen,
Uns bewegt zu Lob und Psalmen!
Nunmehr sind sie eingescheuret,
Und der Mund geniesset schon,
Was die Allmacht hat verneuret:
Nunmehr sol mein Jubelthon,
Aus vergnügter Seele fliessen,
Da wir deines Guts geniessen.
Vater! solte nicht die Seele,
Satt von deiner Güte seyn,
Da durch leibliche Canäle
Deines Seegens Gnadenschein,
Da durch körperliche Sinnen,
So viel Wollustströme rinnen?
Wir geniessen lauter Wunder,
Die die weise Allmacht zeigt,
Und daraus entbrennt der Zunder
Der das Herz zur Liebe neigt:
Du giebst uns das Korngerichte,
Nim davor der Andacht Früchte.
So viel Körner, so viel Halmen,
Uns die Erndte hat beschert;
So viel Lob und Dank und Psalmen,
Verdient der, der uns ernährt!
Wären alle Glieder Zungen,
Würdest Du nicht gnug besungen.
So viel Nahrungsreiche Bissen,
Aus der Körner Mark entstehn,
Und wir dieses Jahr geniessen:
So viel muß man dich erhöhn!
Möchte doch der Zungen Schmekken,
Dazu meinen Geist erwekken!
Auf mein Herz! stets zu bedenken,
Was die Vorsicht hat gethan;
So wird sie die Triebe lenken,
Da sie alles lenken kan,
Daß ich könn aus reiner Seelen,
Was mein Mund geschmekt, erzählen!