Das erste

By Anna Ovena Hoyers

Written 1624-01-01 - 1624-01-01

Christe Gotts einger Sohn du bist

Ein wesen das voll Keuscheit ist

Gebohren ein Kindlein kleine

In heiligkeit

Zu rechter zeit

Von einer Jungfrawn reine.

Auff Erd nichts liebers dir gefellt

Dann ein Mensch so sich Züchtig helt

Vnd in der keuscheit lebet

Bey tag und nacht

Stets bett und wacht

Vnd heilig händ' auffhebet.

Trauter Jesu drumb komb auch ich

Dein dienerin und bitte dich

Du wollst in mir zerstören

All eitelkeit

Vnd Weltlich frewd

So mein hertz möcht bethören.

Halt mich bey deinem wort allein

Daß es mein högste frewd mög seyn

Regier all meine glieder

Das davon nicht

Was werd verricht

So dir mag seyn zu wieder.

Augen und fleisches lust abwend

Machs mit der hoffart auch ein end

Dann dadurch wie man spühret

Mit rew und schmertz

Manchs frommes hertz

Wird jämmerlich verführet.

Richte mein hertz sinn und gemüth

Durch deine Väterliche güt

Daß ich mich nicht ergebe

Der wollust frewd

Sondern allzeit

In reiner keuscheit lebe.

Im wort des Herrn ich g' schrieben sind

Selig sind die reins hertzens sind

Sie werden Gott anschawen

Mit grosser frewd

In ewigkeit

Diß mercket ihr Jungfrawen.

Nach wollust folget rew und schmertz

Diß bedenck wohl o frommes hertz

Laß dich Gotts Geist regieren

Nach Christi wort

Wollst immerfort

Den engen weg passieren.

Auff Gottes weg in deinem lauff

Steh nimmer still hör auch nicht auff

Mit fleisch und blut zu kämpffen

Streit mit gewalt

So wirstu bald

Das fewr der unzucht dempffen.

Ohn streit man keinen feind erlegt

Auch kein Stadt zu gewinnen pflegt

Man muß drumb erstlich fechten

Also ein Christ

Muß sein gerüst

Zur lincken und zur rechten.

Tapffer und mannlich ohn verdruß

Er sich zum kampff stets schicken muß

Willig ohn wiederstreben

Im Christenthumb

So wird er ruhm

Haben in jenem leben.

Trewlich bey Christo halten steth

Vnd was er in der tauff geredt

Mit allem fleiß nachkommen

Auff solch arbeit

Die ewig frewd

Gibt Gott zu lohn den frommen.

Es muß doch hie gestritten seyn

Darumb o Christ gib dich darein

Schick dich zum überwinden

In Gotts wort such

Drinn wirst genug

Beyd wehr und waffen finden.

Ringet darnach sagt Christi wort

Daß ihr mögt durch die enge pfort

Zum himmelreich eingehen

Dann viel ich sag

Streben darnach

Bleiben doch draussen stehen.

So dann viel nicht kommen drein

Die darnach strebn wie wils dann seyn

Mit denen die verachten

Des Herren lehr

Vnd nimmermehr

Ihr Seelen heyl betrachten.

Einm jeden sey hiemit gesagt

Sein sach zu nehm'n in guter acht

Vnd in keuscheit zu leben

So er ohn klag

An jenem tag

In ewigr frewd wil schweben.

Nun wil ich Jesu lieber Herr

Befehlen dir mein zucht und ehr

Durch deinen heilgen nahmen

Erhalte mich

Beständiglich

In wahrer keuscheit Amen.