Das frohlockende Berlin Als Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenb. Friederich der ...
Komm dann Durchlauchtigster und stille das verlangen
Wormit in unterthänigkeit
Dein armes volck so lange zeit
Gewünschet hat dich zu empfangen!
Komm zieh in gnaden bey uns ein!
Dir brennen tausend freuden-kertzen:
Nimm diesen andachts-vollen schein
Zum ew’gen opffer an von unsren treuen hertzen.
Laß immer hin die sonn von unsren gräntzen eilen;
Gehstu doch landes-sonn uns auff.
Was kümmert uns der sonnen lauff
Wann du nur bey uns wilt verweilen?
Dein gnaden-volles angesicht
Bestrahlt uns aus weit beßren zimmern
Und läßt sein hocherlauchtes licht
Mit ungemeiner glut auff unsre demuth schimmern.
Welch zusatz aber will nicht unser glück umbkräntzen
Da itzt bekrönter sieges-held
Die lorbern der berühmten welt
Umb deinen theuren scheitel gläntzen?
Wie reichlich kömmstu nicht bepalmt?
Und wer wird deinen zug nicht loben
Der stahl und felsen auch zermalmt
Und so den feinde lehrt die allerschwerste proben?
Dein adler kan nicht nur im offnen felde siegen;
Er greifft auch wäll’ und mauren an.
Welch wunder hat er nicht gethan
In den nur vorgespielten kriegen?
Der hahn so keck er sonsten ist
Läst sich in enge winckel schliessen
Wann du mit flammen ausgerüst
Den strahl bewehrter faust auff seinen kopff läst schiessen.
Bonn scheut dein scharff gefecht und Käyserswerth ingleichen
Denckt an dein donnrendes geschütz
Sie fürchten deiner schwerdter blitz
Nebst den geführten doppelstreichen;
Sie kennen deines adlers macht
Und seine kriegerische klauen
Und sind zu solcher furcht gebracht
Daß ihnen nach der zeit wird sattsam vor dir grauen.
Umb wie viel röther wird nicht nun dein adler scheinen
Nun er durchs hahnen blut benetzt?
Er ist und bleibet unverletzt
Weil GOtt und tugend ihn umbzäunen.
Und kan er gar der sonnen licht
Durch strengen schwung entgegen gehen;
Wie? solt er denn auff erden nicht
Auch unter rauch und dampff der stoltzen feinde stehen?
Dein Cleve will also zum ersten dich umfassen.
Du warst der nordstern in der höh
Wornach es auff ergrimmter see
Sein sehnlichs auge schiessen lassen.
Da nun der blutge feind bekämpfft
Der es zum raube wolt erjagen
Und durch dein truncknes schwerdt gedämpfft
Sieht man es billich dir den crantz entgegen tragen.
So sehr es aber sucht dich länger zu verweilen
So schaffet doch dein steiffer schluß
Daß es mit heisser wehmuth muß
Dich sehn von seinen gräntzen eilen.
Du wünschest auch dein übrigs land
In hohen augenschein zu fassen
Und bey so höchst beglücktem stand
Wiltu dich endlich hier voll gnaden niederlassen.
So komm nun theurer held und laß dich bey uns finden
Komm und erfreue diese stadt
Die längst den altar fertig hat
Dir brand und opffer anzuzünden:
Die palmen sind dir schon gestreut
Nim hier noch an die letzten zweige
Die zwar von schwacher faust berelt;
Doch unsrer tieffsten pflicht sind ein bewährter zeuge.
Wir hoffen fest zu GOtt die lorbeern werden blühen
Womit dein hohes haupt umkräntzt
Der sieg so aus den blättern gläntzt
Wird keinen unfall nach sich ziehen.
Denn dieser schluß bleibt fest gesetzt:
Der GOtt der sonst die adler schützet
Hält auch die lorbeern unverletzt
Wenns noch so ungeheur umb ihre gipffel blitzet.