Das frohlockende Berlin Als Se. Churfürstl. Durchl. zu Brandenb. Friederich der ...

By Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Komm dann Durchlauchtigster und stille das verlangen

Wormit in unterthänigkeit

Dein armes volck so lange zeit

Gewünschet hat dich zu empfangen!

Komm zieh in gnaden bey uns ein!

Dir brennen tausend freuden-kertzen:

Nimm diesen andachts-vollen schein

Zum ew’gen opffer an von unsren treuen hertzen.

Laß immer hin die sonn von unsren gräntzen eilen;

Gehstu doch landes-sonn uns auff.

Was kümmert uns der sonnen lauff

Wann du nur bey uns wilt verweilen?

Dein gnaden-volles angesicht

Bestrahlt uns aus weit beßren zimmern

Und läßt sein hocherlauchtes licht

Mit ungemeiner glut auff unsre demuth schimmern.

Welch zusatz aber will nicht unser glück umbkräntzen

Da itzt bekrönter sieges-held

Die lorbern der berühmten welt

Umb deinen theuren scheitel gläntzen?

Wie reichlich kömmstu nicht bepalmt?

Und wer wird deinen zug nicht loben

Der stahl und felsen auch zermalmt

Und so den feinde lehrt die allerschwerste proben?

Dein adler kan nicht nur im offnen felde siegen;

Er greifft auch wäll’ und mauren an.

Welch wunder hat er nicht gethan

In den nur vorgespielten kriegen?

Der hahn so keck er sonsten ist

Läst sich in enge winckel schliessen

Wann du mit flammen ausgerüst

Den strahl bewehrter faust auff seinen kopff läst schiessen.

Bonn scheut dein scharff gefecht und Käyserswerth ingleichen

Denckt an dein donnrendes geschütz

Sie fürchten deiner schwerdter blitz

Nebst den geführten doppelstreichen;

Sie kennen deines adlers macht

Und seine kriegerische klauen

Und sind zu solcher furcht gebracht

Daß ihnen nach der zeit wird sattsam vor dir grauen.

Umb wie viel röther wird nicht nun dein adler scheinen

Nun er durchs hahnen blut benetzt?

Er ist und bleibet unverletzt

Weil GOtt und tugend ihn umbzäunen.

Und kan er gar der sonnen licht

Durch strengen schwung entgegen gehen;

Wie? solt er denn auff erden nicht

Auch unter rauch und dampff der stoltzen feinde stehen?

Dein Cleve will also zum ersten dich umfassen.

Du warst der nordstern in der höh

Wornach es auff ergrimmter see

Sein sehnlichs auge schiessen lassen.

Da nun der blutge feind bekämpfft

Der es zum raube wolt erjagen

Und durch dein truncknes schwerdt gedämpfft

Sieht man es billich dir den crantz entgegen tragen.

So sehr es aber sucht dich länger zu verweilen

So schaffet doch dein steiffer schluß

Daß es mit heisser wehmuth muß

Dich sehn von seinen gräntzen eilen.

Du wünschest auch dein übrigs land

In hohen augenschein zu fassen

Und bey so höchst beglücktem stand

Wiltu dich endlich hier voll gnaden niederlassen.

So komm nun theurer held und laß dich bey uns finden

Komm und erfreue diese stadt

Die längst den altar fertig hat

Dir brand und opffer anzuzünden:

Die palmen sind dir schon gestreut

Nim hier noch an die letzten zweige

Die zwar von schwacher faust berelt;

Doch unsrer tieffsten pflicht sind ein bewährter zeuge.

Wir hoffen fest zu GOtt die lorbeern werden blühen

Womit dein hohes haupt umkräntzt

Der sieg so aus den blättern gläntzt

Wird keinen unfall nach sich ziehen.

Denn dieser schluß bleibt fest gesetzt:

Der GOtt der sonst die adler schützet

Hält auch die lorbeern unverletzt

Wenns noch so ungeheur umb ihre gipffel blitzet.