Das frohlockende Breßlau Wegen der Geburt des Käiserl. Printzens E rz H erzogs J...
Welt geprisens Oesterreich
Das nur Götter hat gebohren
Dem nichts auff der Erden gleich
Das von Osten biß zu Westen
Prangt mit seinen Lorbern Aesten.
Schaue was der Himmel schafft
Deine Zweige sollen leben
Unserer Nachwelt Schatten geben
Und der Wurtzel Krafft und Safft
Meldet durch den Printz und Erben
Oesterreich kan nicht absterben.
Schlesien das treue Land
Und sein ander Aug und Hertze
Breßlau brennt gleich einer Kertze
Jetzt bey diesem Freuden Stand.
Daß der Länder Wünsch und hoffen
So gesegnet eingetroffen.
Seht wie sich
Jhrem Käiser zu gefallen
Wie sie unter schall und knallen
Seuffzer zu dem Himmel schickt
Und vor ihres Printzens Leben
Sich selbst wil zum Opffer geben.
Solte gleich
Und
Jetzt umb Ruhm und Ehre streiten
Finde sich von Rhodope
Orpheus ein mit seinen Geistern
Wird Er Sie nicht übermeistern.
Denn Bedorgis ist die Stadt
Die nie Pflicht und Treu gebrochen
Von der längst der Neid gesprochen
Daß sie fest gehalten hat:
Dieser Ruhm wird auch bekleiben
Und ihr Eigenthum verbleiben.
Daß sie an Gesetzen blüht
Und ein Spiegel guter Sitten
Daß sie nie kein Feind bestritten
Ob er noch so sehr gesprüht
Dancket sie den grossen Keisern
Und den grünen Siges-Reisern.
Nun
Der du nimmermehr wirst sterben
Der du herschst in deinen Erben
Dem der Himmel also hold
Daß er gleich den Ewigkeiten
Seine Zweige auß wil breiten.
Schaue doch genädigst an
Was wir dir fußfällig bringen
Zwar wir wissen unser Singen
Daß es gar nicht leben kan
Wo du ihm nicht Geist und Sinnen
Läst von deiner Hold zurinnen.
Pfand des Himmels Trost der Welt
Nachsaß auff den Purpurthronen
Erbe von viel Käiser-Kronen
Feinde-Zwinger Friedens-Held
Neugeborner Printz erwache
Wie zur Freuden so zur Rache.
Oder schmidet
Dir schon Waffen zu dem Sigen
Legt
Harnisch Spieß und Kugeln her
Und geust
Künfftig deinen Lorberkronen!
Adler breitte dich so aus
Daß der Han zu deinen Füssen
Künfftig wird bekennen müssen
Wie dein unvergänglich Hauß
Nie kein Feind umbsonst bestritten
Sondern Schaden hab gelitten.
Nun er legt für deinen Thron
Leopold der Völcker Wonne
Der gekrönten Häupter Sonne
Breßlau seinen Helicon
Und desselben Klang und Lieder
In getreuer Demuht nieder.
Musen können sonst nichts mehr
Als daß Sie den Wunsch ausschreyen
Und zugleich ihr Hertze weyhen.
Leben Seegen Ruhm und Ehr
Wachsen Blühen Herschen Siegen
Müsse bey dem Printzen ligen.