Das frohlockende Breßlau Wegen der Geburt des Käiserl. Printzens E rz H erzogs J...

By Heinrich Mühlpfort

Welt geprisens Oesterreich

Das nur Götter hat gebohren

Dem nichts auff der Erden gleich

Das von Osten biß zu Westen

Prangt mit seinen Lorbern Aesten.

Schaue was der Himmel schafft

Deine Zweige sollen leben

Unserer Nachwelt Schatten geben

Und der Wurtzel Krafft und Safft

Meldet durch den Printz und Erben

Oesterreich kan nicht absterben.

Schlesien das treue Land

Und sein ander Aug und Hertze

Breßlau brennt gleich einer Kertze

Jetzt bey diesem Freuden Stand.

Daß der Länder Wünsch und hoffen

So gesegnet eingetroffen.

Seht wie sich

Jhrem Käiser zu gefallen

Wie sie unter schall und knallen

Seuffzer zu dem Himmel schickt

Und vor ihres Printzens Leben

Sich selbst wil zum Opffer geben.

Solte gleich

Und

Jetzt umb Ruhm und Ehre streiten

Finde sich von Rhodope

Orpheus ein mit seinen Geistern

Wird Er Sie nicht übermeistern.

Denn Bedorgis ist die Stadt

Die nie Pflicht und Treu gebrochen

Von der längst der Neid gesprochen

Daß sie fest gehalten hat:

Dieser Ruhm wird auch bekleiben

Und ihr Eigenthum verbleiben.

Daß sie an Gesetzen blüht

Und ein Spiegel guter Sitten

Daß sie nie kein Feind bestritten

Ob er noch so sehr gesprüht

Dancket sie den grossen Keisern

Und den grünen Siges-Reisern.

Nun

Der du nimmermehr wirst sterben

Der du herschst in deinen Erben

Dem der Himmel also hold

Daß er gleich den Ewigkeiten

Seine Zweige auß wil breiten.

Schaue doch genädigst an

Was wir dir fußfällig bringen

Zwar wir wissen unser Singen

Daß es gar nicht leben kan

Wo du ihm nicht Geist und Sinnen

Läst von deiner Hold zurinnen.

Pfand des Himmels Trost der Welt

Nachsaß auff den Purpurthronen

Erbe von viel Käiser-Kronen

Feinde-Zwinger Friedens-Held

Neugeborner Printz erwache

Wie zur Freuden so zur Rache.

Oder schmidet

Dir schon Waffen zu dem Sigen

Legt

Harnisch Spieß und Kugeln her

Und geust

Künfftig deinen Lorberkronen!

Adler breitte dich so aus

Daß der Han zu deinen Füssen

Künfftig wird bekennen müssen

Wie dein unvergänglich Hauß

Nie kein Feind umbsonst bestritten

Sondern Schaden hab gelitten.

Nun er legt für deinen Thron

Leopold der Völcker Wonne

Der gekrönten Häupter Sonne

Breßlau seinen Helicon

Und desselben Klang und Lieder

In getreuer Demuht nieder.

Musen können sonst nichts mehr

Als daß Sie den Wunsch ausschreyen

Und zugleich ihr Hertze weyhen.

Leben Seegen Ruhm und Ehr

Wachsen Blühen Herschen Siegen

Müsse bey dem Printzen ligen.