Das Glückselige Berlin bey dem allgemeinen Frolocken/ über die höchst-erfreulich...

By Christian Friedrich Hunold

Written 1697-01-01 - 1697-01-01

Du Welt-gepriesenes Berlin

Erlauchter Sitz der Herrlichkeiten!

Dein Glantz ist allen vorzuziehn

Und deinem Glücke nichts zur Seiten.

Die Freude stimmt auch heute bey:

Daß alles unvergleichlich sey.

Dein Thron ist Salomonis Thron

Dein König jenem gleich erlesen;

Nur daß er glücklicher im Sohn

Als ehmahls Salomo gewesen:

Voraus da dieser Sohn anitzt

Den Thron mit einem Erben stützt.

In Adlers Blut ist Krafft und Geist

Denn solches steiget zu den Sternen

Wie es dein Cron-Printz dir verheist

Der seinem Vater folgen lernen:

Und der nach welchem Er sich nennt

Von Friedrich Wilhelms Tugend brennt.

Du bist der große Königs-Sitz

Die Weißheit wohnt in deinen Gassen.

Allein weiß deiner Redner Witz

Dein Glück in Worten abzufassen

Dein Glück das sich wie sehr es blüht

Auf künfftig schon befestigt sieht?

Gewiß der Himmel der dich liebt

Und dir in deines Königs Leben

So große Gnaden-Zeichen giebt

Will Ihm itzt einen Enckel geben:

Damit Sein Reich das ungemein

Zugleich unendlich möge seyn.

Betrachte deinen Zustand nur

Und sieh wie manche Häuser sterben;

Da dir hingegen deine Chur

Hat Kronen wissen zu erwerben.

Da Friedrich deinen Thron erhöht;

Indeß daß mancher untergeht.

Ja da viel unbeerbet sind

Läst Gott dir Lebens-Erben schauen.

Dein Friedrich siehet Kindes-Kind

Was Er gebauet fort zu bauen.

Worinnen Ihm kein König gleich;

Als der nur aus dem Liljen Reich.

O komm und eile zum Altar

Dem Höchsten dafar Danck zu sagen!

Der mach' auch allen Glückwunsch wahr

Den wir für dich im Hertzen tragen!

Dein König Cron-Printz und sein Hauß.

Sey groß und sterbe nimmer aus.